Landkreisinformationen | 24.06.2026
Das Gesundheitsamt Karlsruhe weist angesichts der anhaltenden tropischen Temperaturen darauf hin, dass mit der Hitze gesundheitliche Gefahren verbunden sind. Aus den Erfahrungen des sogenannten „Hitzesommers“ 2003 weiß man, dass insbesondere die fehlende nächtliche Abkühlung mit konstant tropischen Nächten über 20 °C der Grund dafür war, dass nachweislich viele alte Menschen in Mitteleuropa an den Folgen einer Hyperthermie gestorben sind. Auch in Karlsruher Pflegeheimen hat es damals Todesopfer gegeben, verlässliche Aussagen über das Geschehen im häuslichen Bereich existieren nicht. Eine wissenschaftliche Studie hat jedoch ergeben, dass insbesondere die Bettlägerigkeit alter Menschen in schlecht klimatisierten Wohnungen sich als Risikofaktor erwiesen hat, an Hyperthermie zu erkranken.
Das Gesundheitsamt weist deshalb darauf hin, dass während einer Hitzeperiode einerseits unbedingt auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten ist, andererseits alles unternommen werden sollte, um die Raumtemperaturen nicht zu sehr ansteigen zu lassen. So sollten u. a. die Räume möglichst spätabends, nachts und frühmorgens gelüftet werden, während tagsüber die Fenster eher geschlossen und die Räume mit Vorhängen und Rollläden verdunkelt sein sollten. Außerdem sollte leichte, luftdurchlässige Kleidung getragen und im Bett möglichst nur ein Laken als Zudecke verwendet werden. Auch feuchte Tücher können Erleichterung schaffen.
Bei gefährdeten Personen sollte regelmäßig die Körpertemperatur gemessen und bei Temperaturen über 38 °C der Hausarzt informiert werden. Das Gesundheitsamt appelliert in diesem Zusammenhang nicht nur an professionell Pflegende und Angehörige, sondern auch an Nachbarinnen und Nachbarn, sich um alleinstehende immobile Menschen zu kümmern und aufmerksam zu sein, wo Hilfe gebraucht wird.
Aber nicht nur für alte und immobile Menschen können die Hitze und die damit einhergehenden aktuell erhöhten Ozonwerte zum gesundheitlichen Problem werden. So appelliert das Gesundheitsamt, in den heißen Stunden des Tages auf größere sportliche Aktivitäten zu verzichten und, wenn möglich, sportlichen Aktivitäten eher in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend nachzugehen. Entsprechend werden bei Anfragen derzeit auch Schulen und Vereine beraten, die wissen wollen, ob Sportwettkämpfe trotz der sommerlichen Hitze durchgeführt werden können. Auch hier vertritt das Amt eine klare Position: Bei Temperaturen über 30 °C sollten Kinder und Jugendliche nicht zu sportlichen Höchstleistungen herausgefordert werden. Auch hierbei besteht die Gefahr einer gesundheitlichen Gefährdung durch Überhitzung. Zudem muss derzeit immer mit hohen Ozonbelastungen gerechnet werden, bei denen ebenfalls ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien, vor allem mittags und am frühen Nachmittag, vermieden werden sollten.