Karlsbader Mitteilungsblatt

Heimatverein Karlsbad

WISSEN ZUM THEMA STREUOBSTWIESEN WEITERGEGEBEN

07.10.2018

So könnte man die Initiative und den Besuch des Kollegiums des Gymnasiums Karlsbad in Ittersbach beim Heimatverein Karlsbad und beim Obst- und Gartenbauverein bezeichnen.

Daraus entwickelte sich im Laufe des Tages weitaus mehr, da Frau Evert-Haß vom Gymnasium und Günter Rausch, Mitglied in beiden Vereinen, das Programm so gestaltet hatten, dass es zu einer Lehr-Veranstaltung wurde, die man auch Back- und Süßmosttag nennen kann.

Als die Lehrkräfte um 12 Uhr beim im Heimatmuseum in Ittersbach eingetroffen waren, konnten Frau Evert-Haß und Günter Rausch die Gäste - unter ihnen auch Rektor OStD Wehrle und der 1. Vorsitzende des Heimatvereins, Markus Gossenberger, begrüßen.

Nach Sekt und einem stärkenden Happen wurde das Feuer im Holzbackofen entzündet und danach der Brotteig angesetzt und geknetet.

Kurz darauf wanderte die Gruppe zum Obst- und Gartenbauverein Ittersbach. Bei einer Führung durch den Lehrgarten erfuhren die Lehrkräfte des Gymnasiums Karlsbad einiges über den Obstbau allgemein und vor allem in Hinblick auf die Streuobstwiesen-Konzeption des Landes Baden-Württemberg. 

       

Vor dem Genuss steht die Arbeit und so mussten die Damen und Herren unter Anleitung von Dr. Klaus Rösch Äpfel und Birnen der gemeindeeigenen Obstbäume auflesen. Durch die extreme Trockenheit dieses Sommers war das Obst viel früher gefallen und sehr viel davon schon angefault.

Wie zu sehen waren die Sammlerinnen und Sammler trotzdem erfolgreich, sodass unter Anleitung von Jürgen Haffner vom Heimatverein Karlsbad Raspel und Presse zum Handbetrieb gestartet wurden.

Bald floss der erste Süßmost und machte die Runde.

Dass Äpfel ein ausgezeichneter Kuchenbelag sind, ist hinreichend bekannt. Daher erhielt eine Gruppe die Aufgabe, Äpfel zu schälen und zu schneiden. Schließlich wollte man nach dem deftigen Essen auch Kaffee und Kuchen genießen.

Inzwischen war der Brotteig portioniert und ein weiteres Mal geknetet. Nachdem der Teig gegangen war, wurde darin Kassler eingeschlagen und das Ganze war somit bereit zum Backen.

Die Glut wurde fachmännisch aus dem Backofen entfernt und der Ofen zum „Einschießen“ der Brote gereinigt. Gut 45 Minuten später waren die Brote gebacken und konnten angeschnitten werden.

Im Backhaus war inzwischen der zweite Hefeteig für die Apfelkuchen fertig und erhielt nach dem Auswellen in den Blechen einen besonderen Belag - dank Britta Weber.

Nach kurzer Backzeit konnte auch der auf traditionelle Art hergestellte Apfel-Hefekuchen genossen werden.

Ein Stück Heimat und Praxis in der Art, wie die Vorfahren ihren Alltag bewältigten, konnte so ins Bewusstsein heutiger Generationen gerückt werden. Der "gemütliche Teil" endete spät am Abend.
Der Heimatverein Karlsbad und der Obst- und Gartenbauverein Ittersbach danken herzlich für das Interesse der Karlsbader Lehrkräfte und freuen sich über die angenehme Zusammenarbeit. (GR/mgo/MGI)