VdK Ortsverband Karlsbad-Langensteinbach

VdK OV Langensteinbach

04.05.2019

Bezahlbarer Wohnraum: „Es fehlt am Willen“Verena Bentele nimmt auf dem Armutskongress die Politik in die Pflicht

Viel Beifall bekam VdK-Präsidentin Verena Bentele auf dem Armutskongress Anfang April in Berlin. Experten verschiedener Organisationen diskutierten unter anderem darüber, wie mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann. „Es fehlt am politischen Willen, wirklich etwas zu ändern“, so Bentele. Um hier die Weichen zu stellen, werde der VdK gemeinsam mit anderen den Druck erhöhen.

Nach aktuellen Zahlen geben vier von zehn Haushalten in deutschen Großstädten mehr als 30 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Miete aus. Von den 13 Millionen Haushalten in deutschen Großstädten können rund fünf Millionen nicht mehr die Durchschnittsmiete zahlen. Diese beträgt 7,40 Euro je Quadratmeter (Brutto, kalt). Das zeigt: Arm sind fast ausschließlich Mieterinnen und Mieter. Eigentümer großer Immobilien haben mit Armut nur selten etwas zu tun.

Bezahlbar und barrierefrei? Nicht vorhanden

Verena Bentele beschrieb den aufmerksamen Zuhörern, in welchen Lebenssituationen sich viele VdK-Mitglieder als Mieter befinden: Da ist die alleinstehende Rentnerin, die eine kleine Rente bekommt, aber in einer großen Wohnung lebt, in der sie ihr ganzes Leben mit der Familie gewohnt hat. In München, Berlin oder vergleichbaren anderen deutschen Großstädten findet die Frau aber keine bezahlbare, kleinere Wohnung, eine barrierefreie schon gar nicht. Da ist der Erwerbsminderungsrentner, der fast sein ganzes Einkommen für die Miete ausgibt und an Lebensmitteln spart. Eine neue Brille kann er sich nicht leisten, und zum Zahnarzt traut er sich nicht, weil er kein Geld für die Zuzahlung hat.

Wohngeld erhöhen löst das Problem nicht

„Die Probleme werden nicht gelöst, indem allein das Wohngeld erhöht wird“, so die VdK-Präsidentin. Das Wohngeld sei für Menschen, die darauf angewiesen sind, wichtig und müsse auch regelmäßig überprüft und angepasst werden. Damit sorge man jedoch nicht dafür, dass mehr bezahlbare Wohnungen geschaffen werden. „Die Politik darf nicht länger zusehen, wie der Markt dafür sorgt, dass Wohnen zum unbezahlbaren Luxus wird. Der Wohnungsmarkt dürfe nicht länger ein gewinnbringendes Spekulationsgeschäft für Investoren sein.

Seit den 1980er-Jahren hat sich der Staat weitgehend aus der sozialen Wohnraumförderung zurückgezogen. Da die von privater Hand gebauten Sozialwohnungen nur für einen begrenzten Zeitraum preis- und belegungsgebunden sind, hat sich deren Zahl in den vergangenen 30 Jahren von über drei Millionen auf 1,2 Millionen im Jahr 2017 reduziert. Auch die Mietpreisbremse wirkt bisher nur begrenzt.

 

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