Karlsbader Mitteilungsblatt

Redaktionelle Berichte

Karlsbad wird bunt

30.07.2019

Gemeinde und Agendarat wollen die Artenvielfalt unterstützen 

Landauf und Landab wird über den extremen Rückgang von Bienen und anderen Insektengruppen diskutiert. Vordergründig glaubt man zwar, Schuldige gefunden zu haben, leider ist die Thematik sehr viel komplexer und bedarf langfristiger Strategien. In der Gemeinde Karlsbad wird das Thema bereits seit zwei Jahren übergreifender angegangen. Viele unterschiedliche Interessensgruppen ziehen an einem Strang und haben Maßnahmen gegen das Insektensterben ergriffen. So hat die Landwirtschaft viele Blühstreifen oder auch ganze Äcker mit teilweise ausdauerndem Blütensaatgut angesät. Diese Flächen  blühen seit Juni. Vor diesem Zeitpunkt waren die  die zahlreichen Wiesen in der Gemeinde für den Heuschnitt bereits abgemäht und boten den Bienen keine Nahrung mehr. Jetzt blühen die Äcker bis in den Herbst hinein. Auch das Garten- und Umweltamt der Gemeinde hat viele Flächen mit Spezialsaatgut angesät. Die meisten handelsüblichen Saatgutmischungen greifen auf besonders bunte, aber nicht heimische Pflanzenarten zurück. Auch diese Pflanzen bieten  zwar einigen Insekten Nahrung, Allerdings handelt es sich dabei  um nicht besonders gefährdete Arten, die auch stark zurückgegangen, aber nicht vom Aussterben bedroht sind.  Die Gemeinde hat zwar an prägnanten Standorten auf das bunte Saatgut zurückgegriffen, Randflächen sind dagegen mit dauerhaften und heimischen Pflanzenmischungen versehen worden. So hat auch die Albtalverkehrsgesellschaft mitgezogen und unter anderen Flächen bei der  Wendeschleife in Ittersbach zur Verfügung gestellt. Begleitet wird das Ganze von einer Öffentlichkeitsinitiative des Arbeitskreises Wirtschaft im Agendarat. Besonders den in Mode gekommenen Schotterflächen wird hier der Kampf angesagt. Es hat sich herausgestellt, dass solche Flächen nach längstens drei Jahren deutlich mehr Arbeitsaufwand erfordern, als gut geplante blütenreiche Flächen. Auch die Gemeinde Karlsbad wird den sogenannten Aralkreisel an der Ausfahrt von Langensteinbach nach Reichenbach umgestalten und im Herbst 2019 mit einer Vielzahl von Steppenpflanzen versehen. Diese werden die speziellen Standortgegebenheiten überdauern und verursachen kaum Pflege. Der Agendarat hat eine Vortrags- und Besichtigungsreihe zu diesem Thema organisiert und will diese im nächsten Jahr fortsetzen. Als weiteres Standbein soll auch die aus dem Vorjahr bekannte Blumenkübelaktion in anderer Form fortgesetzt werden.

Mit dem Archivbild einer Blühwiese wünscht die Gemeinde eine schöne Ferienzeit. Das erste Mitteilungsblatt nach der Sommerpause erscheint am 29. August 2019.

 

 

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