Heimatverein Karlsbad

NACHRUF

25.08.2019

Zusammen mit ihrem Ehemann Gerhard, ihrem Sohn Erik und allen Angehörigen trauern wir um Erika Becker. Sie starb am 7. August 2019 im Alter von nur 69 Jahren.

Erika war im November 1985 Gründungsmitglied des Heimatvereins Ittersbach (heute: Heimatverein Karlsbad) und von Anfang an bis zu ihrem Tod in der Vorstandschaft aktiv.

Als sehr feinsinniger Mensch besetzte sie die Sparte „Kunst und Kultur“, holte zahlreiche Künstler nach Ittersbach ins Heimatmuseum, betreute zahlreiche Ausstellungen, organisierte zahlreiche Vernissagen.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand suchte sie sich weitere Betätigungsfelder, wollte sich noch intensiver einbringen.  So brachte sie – im wahrsten Sinne des Wortes – neuen Wind in die angestaubten Museumsräume, als sie  unter der Rubrik „Zeig mal her…“ die Karlsbader Bevölkerung einband, um Exponate zu verschiedensten Sonderausstellungen beizusteuern. Beispielhaft erwähnt seien die Nachthemden, die Gesangbücher, die historischen Uhren …

Typisch für Erika war auch ihre Akribie: als der Familiengeschichtsforscher-Stammtisch einen Lesekurs für die in den Kirchenbüchern üblicherweise verwandte Deutsche Kurrentschrift anbot, war sie die einzige Teilnehmerin, die nicht nur das Lesen, sondern auch das Schreiben dieser Schrift beherrschen wollte. Buchstabe um Buchstabe arbeitete sie sich daran ab, denn nur so, sagte sie, könne sie sich ausreichend in die Materie hineinversetzen.  

Als Gerhard Kappler den Nachlass seines Onkels, des in Ittersbach leider etwas verkannten Kunstmalers Herbert Kappler, an den Heimatverein übergab, hatte Erika sofort ein neues Projekt im Hinterkopf:  „Ausstellungen von einheimischen Künstlern“.  Sie arrangierte die Präsentation der hinterlassenen Skizzen und Gemälde und das Ergebnis war dasselbe wie bei den bereits erwähnten Sonderausstellungen: die Besucherzahlen schraubten sich in ungeahnte Höhen.

Als zweiter Programmpunkt des Projekts stand die Präsentation der Geschichte der Ittersbacher Keramik-Firma Knauf an. In einer letzten großen Kraftanstrengung hielt sie am 7. April – genau vier Monate vor ihrem Tod – in der bis auf den letzten Platz besetzten Museumsscheune im launigen Zusammenspiel mit den Nachkommen des Firmengründers, den Gebrüdern Harald und Volker Knauf, eine denkwürdige Laudatio, die die Anwesenden in ihren Bann zog.

Dank der aufopferungsvollen Pflege ihrer Angehörigen durfte sie die letzten Wochen ihres Lebens  zuhause verbringen.  Wir werden sie und ihre zurückhaltende, stets freundliche Art sehr vermissen. (MGI)