Karlsbader Mitteilungsblatt

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Redaktionelle Berichte

Dezentrale Hochwasserschutzmaßnahmen entlasten Bocksbach

10.09.2019

Zwei Rückhaltebecken im Gewann Fröschlesberg in Karlsbad-Mutschelbach helfen mit

Zu Zeiten eines deutlicher werdenden Klimawandels gewinnt der Hochwasserschutz im Land an Priorität.  Es häufen sich besonders extreme Starkniederschläge, die die Bürgerinnen und Bürger aufhorchen lassen und zur Besorgnis führen. „Die Gemeinde Karlsbad hat das Problem erkannt und versucht mit kleinen, aber effizienten Maßnahmen solchen extremen Ereignissen vorzubeugen“, so Bürgermeister Jens Timm. So ist bereits im Jahr 2002 ein kleines Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von etwa 500 m³ als Ausgleichsmaßnahme für das Baugebiet „Falzäcker“ im Gewann Fröschlesberg in Mutschelbach errichtet worden. Dieses Becken auf der Nordseite des Trainingsplatzes des ATSV Mutschelbaches soll nun ertüchtigt werden. Diese Maßnahme ist Teil des Hochwasserschutzkonzeptes. So ist vorgesehen, den Damm am Auslass des Beckens zu verstärken. Ein betoniertes Auslassbauwerk sorgt dann für einen gezielten und verzögerten Ablauf des Oberflächenwasser. Mehr als 17 Liter pro Sekunde werden bei normalen Hochwässern, die statistisch gesehen nur alle 100 Jahre vorkommen, nicht aus dem Becken geleitet. Ein geregelter Notüberlauf sorgt dafür, dass das Becken auch bei höherem Wasseranfall nicht versagt. 

Blick auf das vorhandene Becken auf der Nordseite des Trainingsplatzes des ATSV Mutschelbach. Es soll im Rahmen des Hochwasserschutzkonzeptes ertüchtigt werden.  Foto: Gemeinde Karlsbad

An der Südwestecke des Trainingsplatzes ist ein weiteres Rückhaltebecken geplant. Ein zweites Becken ist deswegen erforderlich, weil direkt oberhalb des Sportplatzes eine kleine Wasserscheide verläuft und das Regenwasser in zwei Richtungen abfließt. Diese Rückhalteeinrichtung muss komplett neu gebaut werden. Nach der Genehmigung durch die Fachbehörde soll die Staueinrichtung genau im Stil des nördlichen Rückhaltebeckens gebaut werden. Das gedrosselte Oberflächenwasser fließt dann in einem offenen Graben entlang der Zufahrt zum Trainingsplatz zur Sommerfesthalle und über ein Einlaufbauwerk durch eine Verdohlung zum Bocksbach. Zunächst war befürchtet worden, dass das Rohr unter der Landesstraße die Wassermengen nicht fassen kann und erweitert werden muss. Nach den neuen Berechnungen scheint das aber nicht nötig zu sein. Durch die beiden kleinen Maßnahmen wird der Bocksbach bei Hochwässern zukünftig deutlich entlastet. Überschwemmungen werden dadurch in Mutschelbach unwahrscheinlicher.

Blick auf die geplante Fläche für das zweite Rückhaltebecken südlich des Trainingsplatzes des ATSV Mutschelbach. Foto: Gemeinde Karlsbad

 

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