Karlsbader Mitteilungsblatt

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Redaktionelle Berichte

10 Jahre Gemeindebücherei im Neuen Rathaus

15.10.2019

Jubiläums-Lesung mit Brigitte Glaser

Rückblick, Ausblick und natürlich eine Lesung mit einer interessanten Reise in die politischen 70-er-Jahre, so feierte die Gemeindebücherei Ende September ihr 10-jähriges Bestehen im Neuen Rathaus. Im herbstlich dekorierten Bürgersaal begrüßte Büchereileiterin Ingeborg Trautwein dabei die Autorin Brigitte Glaser und die zahlreich erschienenen Zuhörer.

Umzug an idealen Standort

Bürgermeister Jens Timm freute sich über die große Zuhörerschaft. Er betonte, wie wichtig die Einrichtung einer Bücherei sei und bedankte sich bei den Büchereimitarbeiterinnen für ihr großes Engagement über die Jahre, das sich auch in den guten Ausleihzahlen und der hohen Akzeptanz in der Bevölkerung widerspiegle. Nach Jahrzehnten im Schulzentrum, in denen Frau Beate Rupp die Bücherei leitete und aufbaute, konnte die Bücherei 2009 dank des Bürgermeisters a. D. Rudi Knodel, der bei der Lesung leider nicht persönlich anwesend sein konnte, an den idealen Platz umziehen, nämlich in die Ortsmitte. Hier können die vielfältigen Aufgaben einer Bücherei sehr gut wahrgenommen werden und alle Bevölkerungsgruppen erreicht werden. Erfreulicherweise ebenfalls seit 10 Jahren besteht der Lesekreis, der kurz nach der Neueröffnung der Bücherei ins Leben gerufen worden ist. Peter Heissenberger, Leiter der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen am Regierungspräsidium Karlsruhe, überbrachte Glückwünsche vom Regierungspräsidium und von der Fachstelle. Er stellte seinem Grußwort ein Goethe-Zitat voran, nämlich „In Bibliotheken fühlt man sich wie in der Gegenwart eines großen Kapitals, das geräuschlos unberechenbare Zinsen spendet“. Dies gelte auch noch heute, nur sei es heute, dank vieler  lesehungriger Kinder nicht mehr unbedingt geräuschlos. Die Gemeindebücherei an dieser prominenten Lage in der Ortsmitte sei tatsächlich eine Kapitalanlage, die mit ihrem sehr gut genutzten Angebot eine tolle Dividende abwerfe und eine hohe Bildungsrendite, die statistisch gar nicht erfasst werden könne. Dabei sei es aber durchaus wichtig, der Bücherei auch weiterhin eine Weiterentwicklung zu ermöglichen, wie zuletzt beispielsweise durch die Einführung der Onleihe, der Ausleihe digitaler Medien.

Lesung mit Blick in die 70-er-Jahre

Eingestimmt in den zeitlichen Kontext des Buches von Brigitte Glaser  wurden die Zuhörer durch das Lied „Bella Ciao“, gesungen und an der Gitarre begleitet von Gertrud Dubbe.  Glaser berichtete sehr lebendig von ihrer Arbeit, ihrer Recherche über Deutschland in der 1970er Jahren und speziell der Politik in Bonn. Eine der Hauptpersonen ihres neuen Romans „Rheinblick“ ist die Wirtin des gleichnamigen Lokals. Für sie gibt es eine reale Vorlage, ebenso wie natürlich auch für die Politiker, allen voran Willi Brandt, dessen (fiktive) Logopädin eine weitere Hauptperson des Buches ist. Brigitte Glaser las verschiedene Passagen ihres Buches, erläuterte aber zwischendurch auch immer wieder die politischen und zeitgeschichtlichen Zusammenhänge, wobei sie geschickt das Publikum mit einbezog. So wurde der Abend für alle eine Reise in die 1970er Jahre, zumal Gertrud Dubbe die Lesung mit typischen Liedern aus der Zeit, wie z.B.  „Ma Liberté“ von Georges Moustaki, umrahmte. In der Pause und am Schluss blieb auch noch genug Zeit, um Bücher signieren zu lassen und für ein Gespräch mit der Autorin, die sehr offen und unkompliziert war. Mit „Help me make it through the night“ klang der gelungene Abend schließlich aus.

Ingeborg Trautwein eröffnet den Jubiläums-Lesungs-Abend. Foto: privat

Die Autorin Brigitte Glaser: Foto: Michael Mann

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