Karlsbader Mitteilungsblatt

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Redaktionelle Berichte

Jeder kann ein Leben retten

22.10.2019

Klinikärzte und Rettungsdienst bringen Bürgern die Herzdruckmassage näher

Ein Herz-Kreislaufstillstand kann überall und zu jeder Zeit passieren – zuhause, in der Straßenbahn, auf einer Party, beim Einkaufen, mitten im Alltag. Vor dem Einkaufszentrum in Langensteinbach zeigten am Samstagvormittag Ärzte des SRH Klinikums Karlsbad-Langensteinbach und Sanitäter vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Passanten, wie einfach und hilfreich das Eingreifen bei einem Herz-Kreislaufstillstand sein kann. Unter dem Motto „Jeder auf der Welt kann ein Leben retten“ rief die International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) am 16. Oktober zum zweiten weltweiten Tag der Wiederbelebung auf. Ziel ist, der Bevölkerung die Grundlagen der Wiederbelebung zu vermitteln und Hemmschwellen abzubauen.
Faustregeln für die Wiederbelebung
„Prüfen, rufen, drücken“ lautet der Auftrag in einem Notfall: Prüfen, ob die kollabierte Person atmet, den Rettungsdienst rufen, umgehend mit der Wiederbelebung beginnen und so lange weitermachen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Jeder, der wollte, durfte unter Anleitung der Ärzte und Sanitäter an den Trainingsdummys die Herzdruckmassage üben. Zweimal Atemspende, anschließend 30-mal im Rhythmus von „Stayin‘ alive“ den Brustkorb der flach liegenden Person circa fünf Zentimeter tief eindrücken, dann wieder zweimal beatmen, wieder drücken und so weiter. „Wer sich eine Atemspende nicht zutraut, kann auch nur drücken. Dann bitte mindestens 100-mal pro Minute. Entscheidend ist, dass der Blutkreislauf weiter zirkuliert und die Organe mit Blut versorgt werden“, erklärt Dr. med. Andreas Eichler vom SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach. Das Blut speichere mehr und länger Sauerstoff, als man früher angenommen habe. Deshalb könne der im Blut vorhandene Sauerstoff notfalls auch ohne Atemspende einige Minuten ausreichen, so Eichler weiter. Die Ärzte der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin besetzen den Notarztwagen am Standort Karlsbad und unterstützen den Rettungsdienst in der Region zusammen mit der Notaufnahme des SRH Klinikums. Allerdings ist nicht nur die medizinische Versorgung im Rettungswagen und in der Notaufnahme wichtig für Patienten, sondern auch die Zeit bis dahin. Denn die durchschnittlichen 15 Minuten bis ein Rettungswagen eintrifft, können lebensentscheidend für einen Notfallpatienten sein. Die Leistung der Ersthelfer in Notfällen sei dabei nicht zu unterschätzen, betont Eichler.
Eine Herzdruckmassage kann Leben retten
„Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen“, weiß Detlef Linden vom ASB Karlsruhe. Dabei sei auch eine zaghafte Herzdruckmassage besser als gar keine. „Der Brustkorb ist viel robuster, als die meisten denken. So leicht bricht man keine Rippe“, bekräftigt Linden. Der Flyer der ILCOR bringt es auf den Punkt: „Etwas zu tun, um jemandem das Leben zu retten, ist IMMER besser als nichts zu tun!“

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