Karlsbader Mitteilungsblatt

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Windenergie an Land wird ausgebremst

07.01.2020 – 21.01.2020

In Deutschland ist der Zubau von Windenergieanlagen an Land im Jahr 2019 im Vergleich zu den Vorjahren extrem zurückgegangen. Mit etwa 90 Windenergieanlagen (Gesamtleistung ca. 290 MW) im ersten Halbjahr 2019 entspricht dies, gegenüber dem bereits vergleichsweise schwachen Vorjahreszeitraum Januar - Juni 2018, einem Rückgang von 80 Prozent. Auch in der zweiten Jahreshälfte hat sich die Situation nicht verbessert. Die Zukunftsbranche hat seit 2016 schon 40.000 Arbeitsplätze verloren. Erst vor kurzem hatte Enercon, einer der größten deutschen Hersteller von Windkraftanlagen, eine Neuausrichtung angekündigt - mit der auch rund 3000 Jobs wegfallen sollen. Zum Vergleich: in der gesamten Braunkohleförderung waren in Deutschland 2019 nur noch rund 20.000 Menschen beschäftigt. „Anstatt dem Ausbau der Windenergie wieder in die Spur zu helfen, werden der Branche weitere Steine in den Weg gelegt“, sagte der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers.

Das derzeit diskutierte Klimapaket der Bundesregierung bremst die Windenergie an Land. Nach der geforderten Abstandsregel müssen neue Anlagen 1.000 Meter von Wohnhäusern Abstand halten. Diese neue Regelung hat gravierende Folgen: Auf einen Schlag wird die verfügbare Fläche für neue Windräder und damit die mögliche Leistung fast halbiert, laut Umweltbundesamt von 80 auf 40 Gigawatt.

 

 Quellen: Focus Online, Windbranche.de, Energiezukunft.eu, Bürgerwerke