Karlsbader Mitteilungsblatt

Rubrikenübersicht > Redaktionelle Berichte > Kitzrettung mit der Drohne

Redaktionelle Berichte

Kitzrettung mit der Drohne

08.06.2020

Kitzrettung Karlsruhe - Angebot von Freiwilligen auch für Karlsbader Landwirte

Jedes Jahr werden sehr viele Kitze durch das Mähwerk verletzt oder gar getötet. Um dieses Tierleid zu minimieren, fand sich bereits Anfang diesen Jahres eine 5-köpfige

Truppe mit vielen freiwilligen Helfern zusammen. Dieses Team ist bereits den ganzen Mai  und auch im Juni jeden Morgen in aller Frühe unentgeldlich in der Region im Einsatz. Ziel ist, mittels Wärmebildtechnik und Drohneneinsatz die Kitze vor Sonnenaufgang aus den zu mähenden Wiesen zu bergen. Auch in Karlsbad-Spielberg fanden bereits erfolgreiche Einsätze statt

Ohne Hilfe Gefahr schutzlos ausgeliefert

Rehkitze drücken sich solange es geht vor der lauernden Gefahr. Doch das Mähwerk ist zu schnell. Zudem sind viele Kitze Ende Mai gerade frisch geboren und noch nicht mobil genug, um ihm zu entkommen. Viele schreckliche Bilder gibt es von verletzten Kitzen mit fehlenden Läufen. Genau deshalb stehen die Freiwilligen jeden Morgen so früh auf und dies freiwillig, ehrenamtlich und zusätzlich zu der „normalen“ Tätigkeit, der Familie und weiteren täglichen Verpflichtungen. Die Kleinen sind nicht zu sehen in den großen Wiesen, in denen das Gras meterhoch steht. Dort werden sie meist als Zwillingspaar geboren und abgelegt. Die Ricke (Muttertier) ist stets in der Nähe und säugt ihre Kitze. Doch vor dem Mähwerk kann sie ihre Kinder nicht beschützen. Zur Zeit steht das Telefon nicht mehr still. Jeden Tag erreicht das Team Anrufe von Landwirten oder Jägern, die ihre Wiesen vor der Mahd abgesucht haben möchten. Für diese Aufgabe ist es enorm wichtig, dass die Freiwilligen möglichst 1-2 Tage Vorlauf haben und sichergestellt wird, dass direkt im Anschluss nach der Suche der Landwirt mit der Mahd beginnt. Damit wird das Risiko minimiert, dass weiteres oder abgesprungenes Wild in die Wiesen zurückkehrt. Die geborgenen Kitze werden während der Mahd an sicherer Stelle verwahrt und unmittelbar danach wieder in angrenzender Deckung freigelassen. Schon viele Kitze konnten so vor qualvollem Tod bewahrt werden, der Landwirt kann mit gutem Gefühl mähen. Zudem ist das  Heu bzw. die Silage als Viehfutter nicht bakteriell durch Kadaver verseucht. Bakterienbedingte Krankheiten können für das Vieh oft tödlich enden. Für die Aufzucht von Jungtieren sowie von bodenbrütenden Vögeln ist in dieser Jahreszeit enorm wichtig, dass sie ungestört sind und Ruhe haben. Die Lebensräume dürfen nicht betreten werden.

Dank und Kontakt

Das freiwillige Team bedankt sich bei allen Helfern die es tatkräftig unterstützen, bei den Landwirten für die gute Kommunikation und Zusammenarbeit und auch bei der

Jägerschaft. Die Kitzrettung ist telefonisch wie folgt zu erreichen: 0151 41 98 16 98.

Text und Fotos: Kitzrettung Karlsruhe

Team mit Drohnen und  Kitz

 

Rubrik-Archiv anzeigen

Alle Artikel der Rubrik