Karlsbader Mitteilungsblatt

Moment mal

Steh auf und iss

30.06.2020

 

„Essen hält Leib und Seele zusammen“. So sagt es ein Sprichwort. Ich denke: Das stimmt. Essen ist viel mehr als den Magen füllen. Es ist mehr als notwendige Kalorienzufuhr. Essen kann ein Genuss sein. Zelebriert in drei-Sterne Restaurants auf wunderschön arrangierten Tellern in mehreren Gängen. Oder als Familienfeier rund um den Tisch mit leckeren Speisen, hausgemacht, dazu ein süffiger Rotwein oder ein kühles Bier. Essen hat nicht nur mit unserem Körper zu tun, sondern immer auch mit der Seele. Darum geht bekanntlich auch die Liebe durch den Magen.

Und: Essen hat mit Gott zu tun. Auf den ersten Seiten der Bibel wird erzählt, dass Gott einen Garten in Eden pflanzte mit wunderschön anzusehenden Bäumen voller Früchte. Das war der Anfang. Die Bibel ist voller Essens-Geschichten. Selbst von Jesus sagten seine Kritiker, er sei ein „Fresser und Weinsäufer“. Offenbar hat Jesus selbst gerne und gut gespeist. Und wenn diese Welt einmal zu Ende sein wird und das Reich Gottes vollendet, dann werden wir alle im Himmel um reich gedeckte Tische sitzen und Gott wird unser Gastgeber sein. Die Ewigkeit ist ein Festmahl. Darauf „Amen“ und „Guten Appetit“

Auch das Bibelwort, das uns als Monatsspruch durch den Juli begleitet, hat mit dem Essen zu tun. Es stammt aus der Geschichte über den Profeten Elia. „Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ (1. Könige 19,7)

Nein, wir Christen sind keine Hungerleider, Kostverächter oder Asketen. Wir dürfen genüsslich speisen und dankbar genießen, was Gott uns schenkt. Jedes Essensmahl ist eine Gabe Gottes. Im Brot, im Wein, im leckeren Mahl, im Bier und in der Tischgemeinschaft ist Gott uns nahe. Darum: Steh auf und iss!

Axel Ebert, Kirchenrat

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