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Bürgerenergie | 02.03.2026

Fakten zur EnergieWende: Haben Sie schon vom pakistanischen Solarwunder gehört?

Pakistan ist ein wirtschaftlich schwaches Land mit einer im Vergleich zu Deutschland deutlich schlechteren Stromversorgung. Das Netz bricht regelmäßig zusammen, und es kommt häufig zu Stromabschaltungen. Die Versorgungssicherheit ist gering. Hinzu kam eine Verdoppelung der Strompreise zwischen 2021 und 2022.

Der Zubau von Photovoltaik-Anlagen befand sich lange auf niedrigem Niveau – bis zum Jahr 2024. Binnen eines Jahres wurde Pakistan zum weltweit größten Importeur chinesischer PV-Anlagen. Innerhalb kurzer Zeit wurden 16-17 Gigawatt an elektrischer Leistung eingeführt. Schätzungen zufolge kauften und installierten sehr viele Haushalte PV-Module, überwiegend in Kombination mit Batteriespeichern, um sich weitgehend vom öffentlichen Stromnetz unabhängig zu machen.

Wie lässt sich das erklären?

Im Jahr 2024 fielen die Modulpreise auf einen Tiefstand. Die chinesische Industrie hatte Überkapazitäten aufgebaut und verkaufte ihre Produkte zu sehr niedrigen Preisen. Dasselbe galt für Batteriespeicher. In Kombination mit der instabilen Stromversorgung, den stark gestiegenen Strompreisen und günstigen Finanzierungsmöglichkeiten sahen viele Menschen in Pakistan die Chance, ihre Situation zu verbessern. Sogar Geld lässt sich damit verdienen, indem man seinen Stromüberschuss günstig an die Nachbarschaft abgibt. Dazu muss nur ein Kabel gelegt und ein kleiner Stromzähler dazwischengeschaltet werden.

Schätzungen zufolge stammte Anfang 2025 etwa ein Viertel des im Land erzeugten Stroms aus Photovoltaik-Anlagen – viele davon erst kürzlich installiert. Der Ausbau erfolgte offenbar häufig in Eigenregie und mit vergleichsweise geringem bürokratischem Aufwand. Am ehesten lässt sich dieses Vorgehen mit sogenannten Balkonkraftwerken vergleichen. Dabei handelt es sich um kleine, leistungsbegrenzte PV-Anlagen, die direkt an eine Steckdose angeschlossen werden. Sie sind inzwischen auch mit Batteriespeichern erhältlich und kosten teilweise nur wenige hundert Euro.

Das Beispiel zeigt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien inzwischen weltweit rasant vorankommt. Und dass er nicht auf wohlhabende Länder beschränkt ist. Gerade ärmere Länder können damit einen großen Entwicklungssprung machen.

Wie in der Vergangenheit wollen wir auch in Zukunft an dieser Stelle alle Bürgerinnen und Bürger von Karlsbad informieren, wie die Faktenlage ist und wie jeder an der EnergieWende mitwirken kann.

Erneuerbare Energien treiben uns an!
Ihr Arbeitskreis Bürgerenergie
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