Aus der Arbeit des Gemeinderates

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Aus der Arbeit des Gemeinderates | 10.03.2026

Sanierungskonzept mit Zeitplanung für Jahn- und Schelmenbuschhalle bestätigt

Gemeinderatssitzung vom 25. Februar 2026

Einstimmig befürwortete der Gemeinderat die weiteren Schritte zur Sanierung der Jahn- und Schelmenbuschhalle. Er ließ das vom Architekturbüro adler + retzbach erarbeitete Sanierungskonzept passieren. Die Verwaltung wird jetzt ein EU-weites Planerauswahlverfahren vorbereiten. Ziel ist, anschließend dem Gemeinderat einen Vergabevorschlag vorzulegen. Weiterhin sollen die Nutzer (Vereine, Schulen) frühzeitig in die Planungsphase eingebunden werden. Dadurch sollen Beeinträchtigungen der Beteiligten , so weit möglich, minimiert werden. Architekt Andreas Adler informierte ausführlich zu der Thematik.

Anlass und Ziel

Die Jahn- und die Schelmenbuschhalle sind zentrale Sport- und Veranstaltungsstätten der Gemeinde. Sie befinden sich technisch weitgehend auf dem Stand ihrer Baujahre (1973 bzw. 1984). Sie weisen erhebliche bauliche und technische Defizite auf. Der zunehmende Sanierungsbedarf führt zu steigenden Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie energetischen Nachteilen. Im Rahmen des Karlsbader Hallenkonzepts wurden sämtliche kommunalen Hallen im September 2024 analysiert. Die Jahn- und Schelmenbuschhalle weisen den dringendsten Handlungsbedarf auf.

Untersuchte Varianten für Sanierung

Abbruch der Schelmenbuschhalle mit Neubau (v.a. Problem Vereinsräume im Untergeschoss Schelmenbuschhalle)

Teil- oder Gesamtsanierungen,

Kombinierte Neubau-/Sanierungslösungen sowie

Interimslösungen zur Sicherstellung des Sportbetriebs.

Sowohl die Schelmenbusch- als auch die Jahnhalle sollen saniert werden. Foto: Gemeinde Karlsbad
Sowohl die Schelmenbusch- als auch die Jahnhalle sollen saniert werden. Foto: Gemeinde Karlsbad

Gravierende Defizite

Die Bestandsanalyse zeigt bei beiden Hallen gravierende Defizite: Die technische Gebäudeausrüstung (Heizungs- und Lüftungsanlage) ist äußerst störanfällig und kann bei Totalausfall ggf. nicht mehr repariert werden. Die energetische Qualität der Gebäudehüllen ist unzureichend. Die Sanitär- und Nebenräume sowie die bauliche Substanz (Undichtigkeiten im Dach, etc.) müssen dringend saniert werden.

Gesamtsanierung beider Hallen als Ziel

Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Gesamtsanierung beider Hallen die langfristig sinnvollste und wirtschaftlichste Variante darstellt. Ergänzend ist eine Freilufthalle (über dem bestehenden Kleinspielfeld) als vergleichsweise kostengünstige Übergangs- bzw. Dauerlösung vorgesehen. Die Kosten für eine reine Interimsmaßnahme für das Kleinspielfeld stehen in keinem Verhältnis zu einer dauerhaften Variante. Die Freilufthalle soll den Sportbetrieb während und nach der Bauphase sicherstellen sowie diesen flexibilisieren.

Mit der Sanierung können wesentliche qualitative Verbesserungen umgesetzt werden:

Für alle Nutzer und Besucherinnen und Besucher wird Barrierefreiheit in allen Bereichen erstellt. Beide Hallen werden komplett energetisch saniert. Dies führt zu deutlich reduzierten Energieverbräuchen und der Betriebskosten (auf ca. 1/3 der akt. Energiebilanz). Die technische Gebäudeausrüstung wird modernisiert. Die Sanitär- und Umkleidebereiche können funktional neu geordnet und saniert werden. Letztlich wird dadurch ein zeitgemäßer Sport- und Mehrzweckbetrieb langfristig gesichert. Die Sanitär- und Umkleidebereiche werden saniert und funktional neu geordnet.

Das Projekt umfasst die vollständige Sanierung der Gebäudehülle einschließlich Dach, Fassade, Fenster und Böden. Ferner werden die Heizungs- und Lüftungstechnik sowie der Sportboden erneuert. Umkleide-, Sanitär- und Nebenräume werden funktional neu geordnet sowie barrierefrei gestaltet. Ergänzend sind Brandschutzmaßnahmen, Schadstoffsanierung sowie eine verbesserte, natürliche Belichtung und Lüftung durch größere Fensterflächen und öffenbare Lichtkuppeln vorgesehen. Auf den Dachflächen ist geplant, eine leistungsfähige Photovoltaikanlage zu installieren. In Verbindung mit Gründachflächen — teilweise als Biodiversitätsdach — wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, zur Regenrückhaltung und zur Verbesserung des Mikroklimas geleistet. Mit der Photovoltaik könnte voraussichtlich der Eigenbedarf an Strom in den Hallen in Verbindung mit einem Speicher gedeckt werden. Darüber hinaus wäre eine Abnahme von Strommengen im Schulzentrum denkbar. Holz wäre für außen und innen ein wichtiges Gestaltungs- und Funktionselement. Gestalterisch sollen helle, freundliche Lösungen entstehen.

Die Hallen bleiben in den kommunalen Energieverbund eingebunden. Der künftig reduzierte Wärmebedarf schafft zusätzliche Kapazitäten für den Ausbau des Nahwärmenetzes. Die geplante Photovoltaikanlage unterstützt eine verstärkte Eigenstromnutzung. Außerdem macht sie es perspektivisch möglich, die Wärmeversorgung elektrisch zu unterstützen.

Zusätzlich erfüllt das Gebäude eine wichtige Funktion im kommunalen Katastrophenschutz. Eine intelligente Gebäudesteuerung, Photovoltaik und perspektivische Batteriespeicher sowie Notstromversorgung erhöhen im Notfall die Versorgungssicherheit.

Sehr wichtig ist auch, den Sportbetrieb soweit möglich während der Bauzeit aufrecht zu erhalten. Die Umkleidebereiche werden abschnittsweise saniert. Dadurch bleiben sie weiterhin nutzbar. Gleichzeitig stehen sie auch für die Interimsnutzung der Freilufthalle bereit.

Mit zum Sanierungskonzept gehört eine Freilufthalle im „Käfig". Foto: Gemeinde Karlsbad
Mit zum Sanierungskonzept gehört eine Freilufthalle im „Käfig". Foto: Gemeinde Karlsbad

Kostenrahmen und Fördermöglichkeiten

Im Zuge der Entwurfsplanung wurde eine Kostenrahmenermittlung erstellt. Diese Module umfassen einen Bauzeitraum bis ca. 2031. Die vorläufigen Gesamtkosten bewegen sich – abhängig von Förderzusagen – in einer Größenordnung von rund 18,5 Mio. € brutto. Bei Aufnahme in alle angestrebten Förderprogramme wären Zuwendungen von bis zu ca. 6,7 Mio. € möglich.

Die endgültige Finanzierungsstruktur sei – so Adler - abhängig von Förderentscheidungen. Derzeit ist u.a. das Bundesförderprogramm “Sanierung kommunaler Sportstätten” mehrfach überzeichnet. Hierbei wären bei Zusage bis zu 3,8 Millionen Euro möglich.


Bauphasen und Sicherstellung des Sportbetriebs

Der Realisierungszeitraum erstreckt sich voraussichtlich von 2027 bis 2031.

Diskussion

„Eine grundlegende Sanierung ist unumgänglich“, so Bürgermeister Björn Kornmüller. „Beide Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen, ist ein Projekt mit enormer Tragweite“. Er betonte, dass man den Infrastruktur-Bestand in Karlsbad nun fokussiert sanieren wird. Es soll keine neue, unterhaltspflichtige Infrastruktur geschaffen werden wenn diese nicht unbedingt notwendig ist, um dieses anspruchsvolle Ziel, auch in Zeiten angespannter kommunaler Finanzen, nicht aus den Augen zu verlieren. GR Joachim Karcher (Freie Wähler) sah den großen finanziellen Umfang der Sanierung und die Belastung für die Kommune. Auch das Projekt Neubau Feuerwehrhaus Langensteinbach müsse die Gemeinde noch stemmen. Trotzdem müsse etwas getan werden. Daher stehe man dazu, das Thema anzugehen. Die vorgeschlagene Variante scheint die geeignetste zu sein. GR Roland Rädle bewertete das Projekt als doppelten Kraftakt: finanzielle Belastung für die Kommune und Befrieden der Nutzerinnen und Nutzer (Einschränkungen). Die Verwaltung habe löblicherweise den Mut gehabt, das Thema anzugehen. Der zu erwartende, anstrengende Weg wird befürwortet. GR Uwe Rohrer (Bündnis 90/Grüne) sah die Sanierungen ebenfalls als notwendig an. Problematisch und zwingend zu klären sind die Themen Schulen/Schulsport und Vereine (einbinden). Eine Alternative zur vorgestellten Sanierungsvariante sehe er nicht. GR Michael Nowotny (SPD) sprach sich ebenfalls dafür aus, das Sanierungsziel anzugehen.

Sanierung des VHS-Gebäudes an der Grundschule Langensteinbach wird vorgezogen

Der Gemeinderat schloss sich der Empfehlung des Bau- Planungs- und Umweltausschusses an. Dieser empfiehlt, die ursprünglich für das Jahr 2027 vorgesehene Sanierung des Gebäudes 5 der Grundschule Langensteinbach in das Jahr 2026 vorzuziehen. Weitere Details siehe Bericht von der Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt am 26.2.2026 im Mitteilungsblatt.

Photovoltaik-Freiflächenanlage Hamberg rückt langsam näher

Die Räte befürworteten die Konzeption für die Photovoltaik-Freiflächenanlage Hamberg. Ursprünglicher Projektierer des Vorhabens war die WEBW Neue Energie GmbH. Zwischenzeitlich wurde das Projekt an die Schönergie GmbH übertragen. Der Gemeinderat beschloss außerdem, einen Durchführungsvertrag für das Projekt sowie eine Vereinbarung zur Bürgerbeteiligung abzuschließen.

Die Gemeinde Karlsbad befasst sich seit mehreren Jahren mit der Entwicklung der Photovoltaik-Freiflächenanlage „Hamberg“ im Ortsteil Spielberg. Für das Vorhaben wurde bereits der Bebauungsplan „Photovoltaikfreiflächenanlage Hamberg“ aufgestellt. Jetzt rückt die Realisierung einer Photovoltaikfreiflächenanlage mit einer Fläche von etwa 9,7 ha und einer Leistung von ca. 9 MWp näher.Projektentwickler Lars Möller (Schönenergie GmbH) und Peter Maaßem (WI Energiy GmbH) erläuterten das Thema.

Vereinbarung über eine Bürgerbeteiligung

Bürgerinnen und Bürgern soll es – wie vom Gemeinderat gewünscht - ermöglicht werden, sich finanziell am Solarpark zu beteiligen. Auch geeignete Beteiligungsmodelle (z. B. Direktinvestment oder Zins-Crowdinvestment bzw. Realeigentum) sollen angeboten werden. Beim Crowdinvestment ist eine Beteiligung bereits mit kleinen Summen möglich. Beim Realeigentum sind derzeit mindestens 30.000 Euro als kleinster Beteiligungsbetrag erforderlich. Geplant sei ferner, so Maaßem, die Öffentlichkeit transparent und rechtzeitig über das Beteiligungsangebot zu informieren. Die Gemeinde unterstützt hierbei lediglich und bringt sich bei der Kommunikation mit ein. Sie erhält zudem eine gesetzlich vorgegebene Beteiligung von 0,2 Cent pro Kilowattstunde erzeugten und verkauften Strom. Örtliche Unternehmen können bei gewissen Bewirtschaftungs- bzw. Bauarbeiten berücksichtigt werden. Die Biodervisität kann ferner durch entsprechendes Saatgut gestärkt werden.

Durchführungsvertrag

Im Durchführungsvertrag verpflichtet sich der Vorhabenträger zu den weiteren Schritten. Dazu zählen unter anderem das Umsetzen sämtlicher Festsetzungen und Vorgaben des Bebauungsplanes „Photovoltaikfreiflächenanlage Hamberg”. Zudem ist er verantwortlich für das Errichten einer fachgerechten Anlage einschließlich Pflege und Unterhaltung. Er übernimmt alle Kosten der notwendigen Verfahrensschritte. Er sorgt für einen ordnungsgemäßen, sicheren und umweltverträglichen Betrieb der Anlage während der gesamten Laufzeit. Darüber hinaus verpflichtet sich der Vorhabenträger zum vollständigen Rückbau der Anlage nach Aufgabe der Nutzung. Zudem wird die Fläche danach wieder landwirtschaftlich nutzbar hergestellt.

Vorstellung des Trassenverlaufs zur Anbindung an das Stromnetz

Der Netzbetreiber (Netze BW) hat den Einspeisepunkt vorgegeben, damit er die durch die PV-Freiflächenanlage produzierten Stromerträge in das Stromnetz einspeisen kann. Die Entfernung von der PV-Anlage zum Einspeisepunkt beträgt zirka 600 Meter. Die Trasse verläuft unter dem Bocksbachtal hindurch bis zum Waldrand und anschließend im Waldweg bis zum Einspeisepunkt. Geplanter Baubeginn sei im Spätsommer 2026 mit einer Bauzeit von drei bis vier Monaten. „Die Inbetriebnahme ist Anfang 2027 geplant“, so Möller.

Die Installation einer Photovoltaik-Freiflächenanlage auf dem Gewann "Hamberg" rückt langsam näher. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad
Die Installation einer Photovoltaik-Freiflächenanlage auf dem Gewann "Hamberg" rückt langsam näher. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad

Weitere Infos

Ausführliche Informationen zu den Tagesordnungspunkten mit der Vorlage finden Sie im Ratsinformationssystem der Gemeinde Karlsbad (Bürgerinfoportal).

Streaming

Die Aufzeichnung der Gemeinderatssitzung vom 25.02.2026 ist bis 24.3.2026 auf Youtube zu sehen. Zum Kanal der Gemeinde Karlsbad gelangen Sie in Youtube unter "@gemeindekarlsbad" oder im Browser über den Link https://www.youtube.com/@GemeindeKarlsbad