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Redaktionelle Berichte | 17.03.2026

Brut- und Setzzeit als wichtigste Phase der Wildtiere

Start der Inforeihe mit Themen aus dem Gemeindewald

Beginnend mit dem März möchte die Forstverwaltung die Bevölkerung zu wichtigen Waldthemen informieren. Geplant ist, dies ungefähr im monatlichen Rhythmus umzusetzen. Das erste Thema betrifft die Brut- und Setzzeit.

Der Frühling hat begonnen und bringt die ersten warmen Tage mit sich. Während wir diese Zeit genießen, beginnt für die Wildtiere die wichtigste Phase des Jahres: die Brut- und Setzzeit.

Keinen Stress für Wildtiere verursachen

Rehe bringen ihren Nachwuchs zur Welt, Vögel brüten und Füchse und viele andere Tiere ziehen ihre Jungen groß. Die Tiere sind im Stress und sollten nicht gestört werden.

Einige Tierarten, etwa Rehe, legen ihren Nachwuchs gut getarnt im Dickicht oder hohen Gras ab. Die Jungtiere wirken oft verlassen, sind es aber nicht. Die Mutter hält bewusst Abstand und kehrt nur zum Säugen zurück. Werden die Tiere jedoch wiederholt gestört, kann das ernsthafte Folgen haben. Außerdem sollten Sie ein Rehkitz niemals anfassen oder gar mitnehmen. Menschlicher Geruch oder unnötige Beunruhigungen können dazu führen, dass die Mutter die Jungtiere verstößt oder es nicht mehr findet.

Bitte verlassen Sie deshalb besonders im Frühjahr die Waldwege nicht. Dadurch vermeiden Sie bei Muttertieren und ihrem Nachwuchs unnötigen Stress.

Frei laufende Hunde bringen besonders viel Unruhe in den Wald. Jedes Jahr kommt es leider auch zu brutalen, tödlichen Angriffen auf Rehkitze. Dies ist kein bösartiges Verhalten des Hundes, sondern seinem Jagdinstinkt geschuldet. Bitte führen Sie Ihren Hund deshalb an der Leine.

Auch Wildschweine bekommen ab März ihre ersten Jungen, die sogenannten Frischlinge. Wildschweine leben oft in Rotten, also in Familienverbänden. Eine Bache bekommt durchschnittlich fünf (zwischen einem und acht) Frischlinge. Die Wildschweinmutter säugt ihre Jungen und lässt sie nicht aus den Augen. Kommen Menschen oder Tiere den Frischlingen zu nahe? Dann können die Bache einen Angriff starten, um ihre Jungtiere zu verteidigen. Halten Sie deshalb bitte unbedingt Abstand zu Wildschweinen.

Auch bei den Vögeln beginnt jetzt eine intensive Zeit. Der Nestbau, das Brüten und die Aufzucht erfordern viel Energie. Zu den ersten Brütern gehört die Amsel, die bereits Ende Februar beginnt und bis etwa Juli brütet Andere Arten, wie Sperling oder Grünling beginnen meist im April und ziehen ihre Jungen bis in den August hinein groß.

Um brütende Vögel zu schützen, ist es verboten (3 39 Bundesnaturschutzgesetz), in der Zeit vom 1. März bis 30. September Hecken, Gebüsche und andere Gehölze stark zurückzuschneiden oder zu beseitigen. Die forstwirtschaftliche Nutzung ist zwar weiterhin zulässig, dennoch beschränken auch wir uns in dieser Zeit auf die notwendigsten Maßnahmen wie die Beseitigung von Sturmfolgen, Käferschäden oder Maßnahmen zur Verkehrssicherung.

Die wichtigsten Regeln zusammengefasst

- Für Wildtiere ist im Frühling und Sommer Brut- und Setzzeit.

- Bitte nehmen Sie die Hunde an die Leine!

- Bitte bleiben Sie auf den Wegen!

- Bitte fassen Sie die Jungtiere nicht an!

- Bitte vermeiden Sie Baum- oder Heckenrückschnitte!

Mit etwas Rücksicht helfen Sie ganz konkret dabei, dass der Nachwuchs im Wald eine echte Chance hat.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Bei weiteren Fragen zur Brut- und Setzzeit schreiben Sie mir eine E-Mail an: Alexander.mohr@landratsamt-karlsruhe.de oder wenden Sie sich an die Jägerschaft oder das Forstpersonal.

Autor und copyright: ForstBW / LFV,2010
Autor und copyright: ForstBW / LFV,2010