BUND Ortsverband Mittleres Albtal

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BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 26.04.2026

Gaskraftwerke oder Batteriespeicher – auch unser Ortsverband diskutiert das Thema!

Aktuell wird vom Bundeswirtschaftsministerium der Bau neuer wasserstofffähiger Gaskraftwerke vorangetrieben. Auch unser Ortsverband verfolgt diese Entwicklung und die Auswirkung auf die Energiewende mit großem Interesse. Ziel des Ausbaus ist die Absicherung der Stromversorgung während sogenannter „Dunkelflauten“, also Phasen, in denen Wind- und Solarenergie kaum Ertrag liefern. Begründet wird dies damit, dass nur Gaskraftwerke diese Leistung bereitstellen können. Es stellt sich aber die Frage, ob nicht Batteriespeicher die bessere Alternative darstellen. Batteriespeicher erleben derzeit einen massiven Preissturz und technologischen Aufschwung. Experten betonen, dass Speicher bereits heute kurz- bis mittelfristige Schwankungen im Stromnetz effizienter und kostengünstiger ausgleichen können als Kraftwerke. Jüngste Medienberichte haben eine Debatte über die Neutralität des Ministeriums ausgelöst. Kritiker werfen dem Ministerium vor, eine „Gas-Fixierung“ zu verfolgen und technologische Alternativen kleinzurechnen. Wie stellt sich unser BUND Ortsverband dazu? Technisch gesehen sollte es kein „Entweder-oder“ geben. Während Batterien die täglichen Schwankungen im Netz hocheffizient puffern können, fehlen derzeit noch Langzeitspeicher als saisonale Puffer. Ein Übergewicht an Gaskraftwerken droht laut Experten die Energiewende zu verteuern und den Ausbau flexibler Speicherlösungen auszubremsen. Vergleicht man die Kosten der beiden Systeme, so sind für die Lithium-Ionen-Batterien die Stromgestehungskosten 2026 auf ein Rekordtief von ca. 7–9 ct/kWh gefallen. Damit sind Batterien bei kurzen Zyklen bis 4 Stunden heute die günstigste Option. Die Kosten für Gaskraftwerke liegen mit 23 bis 28 ct/kWh ein Mehrfaches höher. Grund sind die volatilen Gaspreise und die steigenden Kosten für die CO2-Zertifikate. Auch die aktuellen Lieferrisiken für fossile Energien sind entscheidend. Wir meinen: Batteriespeicher sind der wirtschaftliche und umweltbezogene Gewinner für die tägliche Netzstabilisierung und verdrängen Gaskraftwerke zunehmend aus dem Markt. Ein weiterer Ausbau von Gaskraftwerken als strategische Reserve, z.B. für extreme Wetterlagen, sollte aufgrund hoher Kosten und negativer Auswirkungen auf die Energiewende auf das notwendigste reduziert werden. Batteriespeicher müssen gleichberechtigt zu Gaskraftwerken gefördert werden, um Fehlinvestitionen in fossile Infrastruktur zu vermeiden.