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BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 04.07.2026

Die BUND-Art des Monats Juli: Die Wespenspinne

Die Wespenspinne ist die größte und vermutlich auch schönste heimische Radnetzspinne. Sie wird auch Zebra- oder Tigerspinne genannt. Alle ihre Namen nehmen Bezug auf die auffällige gestreifte Färbung ihres Hinterleibs, die an eben die genannten Tiere erinnert.

Bis vor etwa 50 Jahren war die Wespenspinne in ihrer Verbreitung auf Südeuropa und einige nördliche Wärmeinseln wie den Kaiserstuhl beschränkt. Mittlerweile hat sie sich aber viel weiter nach Norden ausgebreitet und gilt heute in fast allen europäischen Ländern als heimisch. Damit zählt sie auf jeden Fall zu den Gewinnern des Klimawandels.

Foto: Fabio Schwab
Foto: Fabio Schwab

Die Spinnen findet man meistens in Wiesen, Brachen oder auch naturnahen Gärten. Sie sind überall dort anzutreffen, wo auch viele Heuschrecken leben. Jene gelten als Hauptnahrungsquelle der farbenfrohen Tiere. Doch verschmäht sie auch keine Bienen, Käfer oder Schmetterlinge.

Zum Beutefang bauen Wespenspinnen meist ein senkrechtes, bodennahes Netz, in dem die Tiere kopfüber auf anfliegende Beute warten. Verfängt sich ein Beutetier im Netz, wird es von der Wespenspinne blitzschnell lokalisiert und direkt eingesponnen. Die Tiere legen sich so einen Futtervorrat an, an dem sie sich bei aufkommendem Hunger bedienen.

Während die bunten Weibchen Kopfrumpflängen von 2,5 cm erreichen können, sind die Männchen mit etwa 0,6 cm viel kleiner und tragen nur eine schlichte braune Färbung. Wie bei anderen Radnetzspinnen auch, werden die Männchen meist unmittelbar nach der Paarung vom Weibchen erbeutet, was unter Umständen die Überlebenschancen des Nachwuchses erhöht.

Die Mutterspinne legt nach der Befruchtung meist gegen Ende August ihre zahlreichen Eier in kugelförmige Kokons, in denen die Jungen bald schlüpfen und den Winter überdauern.

Wie nahezu alle Spinnen ist auch die Wespenspinne giftig. Jedoch schafft sie es in der Regel nicht, mit ihren Giftzähnen die menschliche Haut zu durchdringen. Es geht also keine Gefahr von diesen Tieren aus.