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Moment mal | 13.07.2026

Angst haben - warum denn nicht!?

Angst haben – warum denn nicht!?
„So spricht der HERR, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Jesaja 43,1
Drei Punkte faszinieren mich an diesem Wort: Da ist erstens der Zuspruch: „Fürchte dich nicht, hab keine Angst.“ Wir brauchen Menschen, die uns das zusagen. Aber wir brauchen auch, dass Gott, dem wir unser Leben verdanken, uns das direkt oder durch andere Menschen sagt.
Die Begründung für diesen Zuspruch Gottes ist der zweite Punkt. Ich, Gott, habe dich bei deinem Namen gerufen. Der Name macht die Existenz eines Menschen aus, mit dem Namen verbinden wir eine Person, Erlebnisse und Charaktereigenschaften. Die christliche Hoffnung sagt, dass dieser Name und damit das, was eine Person wertvoll und unverwechselbar macht, bei Gott aufgehoben ist. Dass Menschen beim Namen gerufen werden, das spielt deshalb in einer der Auferstehungsgeschichten eine zentrale Rolle. Maria geht morgens zum Grab Jesu und findet es leer. Sie ist verzweifelt, voller Trauer. Sie weint. Jesus kommt zu ihr, doch sie erkennt ihn nicht, denkt, er ist der Gärtner. Dann sagt er ihren Namen, ruft sie: „Maria.“ Als sie in seinem Munde ihren Namen hört, weiß sie sofort: Es ist Jesus, der Auferstandene. Die Macht des Todes ist gebrochen. Nicht, dass damit alles wieder gut würde. Aber der Tod ist nicht das letzte, sondern nur das vorletzte Wort, das uns Menschen erreicht.
Der dritte Gedanke. Gott spricht: Du bist mein. Trotz aller Unterschiede verbindet das uns Menschen. Wir sind Gotteskinder, über alle Grenzen von Herkunft, Sprache, Bildung und Hautfarbe hinweg. Ein Gott, der sich uns zur Seite stellt. Nicht nur in den guten, sondern auch in den schweren Tagen. Ein Gott, der mit uns durch Leid und Schmerz geht. Mal lauter und mal ganze leise spricht er zu uns: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“
Thomas Schwarz