Aus der Arbeit des Gemeinderates | 21.07.2026
Kriminalitäts- und Unfallstatistik 2025 im Verwaltungs- und Finanzausschuss vorgestellt
In der Julisitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses informierten der Leiter des Polizeireviers Ettlingen, Polizeioberrat Roman Hofmann, sowie die Leiterin des Polizeipostens Albtal, Polizeihauptkommissarin Heike Umminger, über die polizeiliche Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025. Das Fazit von Bürgermeister Björn Kornmüller fiel eindeutig aus: Karlsbad ist und bleibt eine sichere Gemeinde.
Gebietszuständigkeit
Die rund 1.600 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Karlsruhe sind für die Sicherheit von mehr als 765.000 Einwohnerinnen und Einwohnern auf einer Fläche von 1.258 km² verantwortlich. Jährlich gehen im Führungs- und Lagezentrum über 200.000 Notrufe ein. Im vergangenen Jahr bearbeitete das Polizeipräsidium rund 22.500 Verkehrsunfälle und 38.500 Straftaten. Das Polizeirevier Ettlingen mit seinen drei Polizeiposten ist mit rund 100 Beschäftigten für etwa 110.000 Einwohner auf einer Fläche von 225 km² zuständig.
Straftaten
Im Berichtsjahr 2025 wurden in Karlsbad 434 Straftaten registriert. Dies sind zwar 28 Fälle mehr als im Jahr 2024, die Gesamtzahl liegt jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Im Fünfjahresvergleich bewegt sich Karlsbad nach wie vor im unteren Bereich. Auch die Häufigkeitszahl – also die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner – liegt mi -15,1% unter dem Niveau des Vorjahres und auf einem ähnlichen Niveau wie die von den Nachbargemeinden Waldbronn und Malsch.
Die Aufklärungsquote lag im Jahr 2025 bei 51,8 Prozent und damit unter dem Landesdurchschnitt von 62,5 Prozent. Die Polizei erläuterte, dass bereits interne Maßnahmen eingeleitet wurden, um die Quote künftig wieder zu erhöhen.
Den größten Anteil machten erneut die einfachen und schweren Diebstähle mit 117 Fällen aus. Ein Großteil entfiel dabei auf Diebstähle aus nicht verschlossenen Fahrzeugen. Die Polizei appellierte deshalb erneut an die Bevölkerung, Fahrzeuge stets abzuschließen und keine Wertgegenstände sichtbar im Fahrzeug zurückzulassen.
Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten wurden 90 Straftaten registriert, überwiegend Betrugsdelikte. Die Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit gingen auf 68 Fälle zurück. Darunter befanden sich 15 Fälle häuslicher Gewalt, die überwiegend Kinder und Partnergewalt betrafen. In fünf Fällen musste ein Wohnungsverweis ausgesprochen werden.
Die sogenannten sonstigen Straftaten nahmen auf 136 Fälle zu. Hierzu zählen insbesondere 74 Sachbeschädigungen, 25 Beleidigungen sowie Straftaten aus dem Bereich der Rauschgiftkriminalität.
Rückläufig entwickelten sich dagegen die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Hier wurden 12 Fälle registriert. Auch die Diebstahlsdelikte gingen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. Eine Ausnahme bildete allerdings der Fahrraddiebstahl, dessen Fallzahlen anstiegen.
Insgesamt konnten 184 Tatverdächtige ermittelt werden. Sorge bereitet der Polizei weiterhin die zunehmende Gewalt und Aggression gegenüber Einsatzkräften. Im Bereich des Polizeireviers Ettlingen wurden im vergangenen Jahr zwei Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte registriert. Messer bleiben landesweit ein Schwerpunktthema der Polizeiarbeit. Stichprobenartige Kontrollen zeigen, dass immer häufiger Messer mitgeführt werden.
Unfallstatistik
Im Zuständigkeitsbereich der Polizei wurde 2025 durchschnittlich alle 24 Minuten ein Verkehrsunfall aufgenommen. Alle drei Stunden wurde eine Person im Straßenverkehr verletzt und etwa alle zweieinhalb Wochen verlor ein Mensch bei einem Verkehrsunfall sein Leben.
Für Karlsbad wurden 372 Verkehrsunfälle registriert (Vorjahr: 345), davon 57 Unfälle mit Personenschaden. Alkohol oder Drogen spielten in sieben Fällen eine Rolle. Insgesamt wurden 12 Personen schwer und 45 Personen leicht verletzt.
Trauriger Höhepunkt war ein tödlicher Verkehrsunfall, bei dem ein Pedelecfahrer nach einer Vorfahrtsmissachtung mit einem Pkw kollidierte und seinen Verletzungen erlag. Der Fahrer trug keinen Helm.
Unter den verletzten Personen befanden sich 7 Fußgänger, 16 Radfahrer, 7 Motorradfahrer und 38 Pkw-Fahrer. Unter den verletzten Radfahrern waren 2 Senioren und 2 Kinder.
Die Polizei stellte fest, dass Pedelecfahrer häufiger alleinbeteiligt verunglücken und sich dabei oftmals schwerere Verletzungen zuziehen als Radfahrende auf herkömmlichen Fahrrädern. Deshalb wurde erneut für das Tragen eines Helms sowie eine angepasste Geschwindigkeit geworben. Positiv sei, dass die Unfallzahlen mit E-Bikes und E-Rollern insgesamt nicht angestiegen sind.
Diskussion
Im Anschluss beantworteten Herr Hofmann und Frau Umminger zahlreiche Fragen aus dem Gremium. Themen waren unter anderem Graffiti-Schmierereien, die Videoüberwachung im öffentlichen Raum, Verkehrsschwerpunkte, Manipulationen an Fahrrädern im Bereich des Schulzentrums sowie die Situation an der Haltestelle Schießhüttenäcker.
Die Polizei erläuterte, dass viele Sachverhalte bereits intensiv beobachtet werden und sowohl Präventionsmaßnahmen als auch verstärkte Kontrollen durchgeführt werden. Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass zahlreiche Delikte nur schwer auf frischer Tat festgestellt werden können und die Mithilfe der Bevölkerung weiterhin von großer Bedeutung ist.
Dank an die Polizei
Abschließend dankte Bürgermeister Björn Kornmüller Herrn Hofmann und Frau Umminger für die ausführliche Vorstellung der Statistiken sowie allen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten für ihren täglichen Einsatz. Karlsbad sei weiterhin eine sehr sichere Gemeinde. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Übergriffe auf Einsatzkräfte verdiene die Arbeit der Polizei besondere Anerkennung. Der Bürgermeister bat darum, diesen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen des Polizeireviers Ettlingen und des Polizeipostens Albtal weiterzugeben.
Ausführliche Informationen zu den Tagesordnungspunkten mit den Vorlagen finden Sie im Ratsinformationssystem der Gemeinde Karlsbad (Bürgerinfoportal).
Die polizeiliche Kriminalstatistik 2025 sowie die Verkehrsunfallstatistik 2025 sind außerdem auf der Internetseite des Polizeipräsidiums Karlsruhe abrufbar.