BUND Ortsverband Mittleres Albtal

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BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 24.08.2026

Die BUND-Art des Monats: Der Stahlblaue Grillenjäger

Der Stahlblaue Grillenjäger (Isodontia mexicana) ist eine jüngst eingewanderte Grabwespenart (Sphecidae), die ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika stammt. Die tiefschwarze Färbung und ihr schlanker Körperbau machen diese Art unverkennbar.

Anfang der 1960er Jahre wurde diese Art vermutlich versehentlich durch Schiffsimporte nach Südfrankreich eingeschleppt. Von dort aus verbreitete sich die wohl sehr anpassungsfähige Grabwespe rasch im gesamten Mittelmeerraum und gelangte spätestens in den 1990er Jahren auch nach Mitteleuropa. In den 2010er Jahren war die Art dann bereits im mittleren Oberrheingraben vertreten.

Trotz ihrer raschen Ausbreitung gibt es bisher keine Indizien, dass diese Art negative Auswirkungen auf die hiesigen Ökosysteme hat. Es gibt bereits einige in Gestalt und Lebensstil sehr ähnliche heimische Grabwespen, weshalb der Stahlblaue Grillenjäger sich höchstwahrscheinlich einfach diese Nische mit seinen Artverwandten teilt.

Die adulten Tiere sieht man im Spätsommer von Juli bis September entlang von Säumen und Blühwiesen. Sie ernähren sich vom Nektar verschiedener Blütenpflanzen. Interessanterweise bevorzugen sie den Nektar einer weiteren eingewanderten Art, die die Grabwespen aus ihrer Heimat kennen - die Kanadische Goldrute. Sie blüht passend zur Hauptflugzeit und bietet ihnen reichlich Nahrung.

Als Nest werden gerne röhrenartige Hohlräume bezogen, wie sie auch häufig in Form von Bienen-Nisthilfen bereitgestellt werden. Dort werden unterteilte Kammern angelegt, in die jeweils ein Ei gelegt wird. Für die Verpflegung des Nachwuchses benötigen die Wespen tierische Kost. So jagen die Elterntiere gerne Heuschrecken und Grillen, die sie dann mit ihrem Stachel paralysieren und in die Bruthöhle eintragen. Die noch lebenden, aber gelähmten Beutetiere werden dann in den folgenden Tagen von den Larven der Grabwespen verspeist.

Der Stahlblaue Grillenjäger gilt als ein faszinierendes Beispiel dafür, wie sich eingewanderte Arten auch weitgehend problemlos in unsere heimischen Ökosysteme integrieren können.