Aus der Arbeit des Gemeinderates

Alle aktuellen Nachrichten rund um Karlsbad

Aus der Arbeit des Gemeinderates | 08.09.2026

Karlsbad tritt neuer Tourismus GmbH Nordschwarzwald bei

Julisitzung des Gemeinderates

Nach teils kontroverser Diskussion beschloss der Gemeinderat, dass die Gemeinde Karlsbad ab 1.1.2027 Gesellschafterin der neuen Tourismus GmbH Nordschwarzwald wird. Zugestimmt wurde auch dem dafür notwendigen Betrauungsakt und dem Gesellschaftsvertrag; Verwaltung und Tourismusgemeinschaft Albtal Plus e.V. setzen die weiteren Schritte um. Frau Sandra Lahm (Albtal Plus) und Herr René Skiba (Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald) erläuterten das Thema.

Ausgangslage und bisheriger Prozess

Basis ist ein Grundsatzbeschluss von Anfang 2026, mit dem der Gemeinderat die strukturelle Weiterentwicklung der Tourismusarbeit im Albtal befürwortet hatte. Seither hat die Arbeitsgemeinschaft zur Zusammenführung von Tourismusgemeinschaft Albtal Plus e.V. (TAP) und Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald (TNS) unter fachlicher Begleitung von PROJECT M GmbH und Baker Tilly die wesentlichen Grundlagen vorbereitet.

Ziele die bei der Zusammenführung erreicht werden

Die Tourismusarbeit der Region soll leistungsfähiger, effizienter und zukunftsfähiger organisiert werden. Ressourcen, Fachwissen, Marketingbudgets und Netzwerke sollen gebündelt und Doppelstrukturen abgebaut werden. Dadurch soll die Sichtbarkeit der Gesamtregion erhöht und die Kommunen bei Aufgaben professionell entlastet werden.

Künftige Aufgaben und Gegenstand der Gesellschaft

Die GmbH übernimmt das allgemeine kommunale Destinationsmarketing für den Nordschwarzwald und entwickelt ein umfassendes touristisches Profil der Region. Dabei werden die bestehende Infrastruktur und angrenzende Gebiete einbezogen. Sie fördert die Zusammenarbeit mit privaten und kommunalen Akteur/innen. Sie übernimmt ferner Aufgaben der Qualitätsentwicklung und -sicherung für eine nachhaltige touristische Entwicklung.

Künftige strategische Ausrichtung

Leitbild ist „Der Nordschwarzwald. Das Waldreich mit Genussgarantie". Fünf Leitziele – schlagkräftige Organisation, höhere Angebotsqualität und Gästezufriedenheit, gestärkte Identifikation und Bekanntheit, konsequente Nachhaltigkeit sowie höhere regionale Wertschöpfung – bilden den strategischen Rahmen. Vier Erlebnisprofile bündeln die Stärken der Kommunen, ohne die Sichtbarkeit einzelner Orte aufzugeben. Das sind Natur & Aktivsein, Durchatmen & Erfrischen, Regionalität & Genuss, Kultur & Tradition.

Potenziale und Nutzen für Karlsbad

Zu diesem zählen unter anderem zertifizierte Wanderwege, GeoTour, Radangebote, SRH-Gesundheitszentrum, Direktvermarkter, Gastronomie, Heimatmuseen und aktives Vereinsleben.

Der Beitritt bringt außerdem höhere Sichtbarkeit über das Portal mein-schwarzwald.de, das Magazin „Tannengeflüster", Marketingkampagnen, Pressearbeit, Social Media sowie die Outdoorportale Outdooractive und Komoot. Hinzu kommen professionelle Zuständigkeiten in Strategie, Marketing, Datenmanagement (u. a. mein.toubiz, Holidu, Regiondo) und Qualitätsoffensiven (u. a. mein.toubiz, Holidu, Regiondo) sowie starke Netzwerk-, Austausch- und Weiterbildungsstrukturen, sowie eines regionalen Tourismustags alle zwei Jahre). Konkret profitiert Karlsbad durch stärkere Sichtbarkeit als Naturerlebnis- und Aktivstandort, professionellere Vermarktung seiner Angebote, gestärkte lokale Wertschöpfung, bessere Vernetzung mit Nachbarkommunen, Erhalt der lokalen Identität.

Zum Tourismus in Karlsbad gehört die Ruine St. Barbara. Foto: Pintilie
Zum Tourismus in Karlsbad gehört die Ruine St. Barbara. Foto: Pintilie

Rechtliche und organisatorische Umsetzung

Karlsbad kauft Geschäftsanteile an der künftigen „Tourismus GmbH Nordschwarzwald" mit Satzungssitz in Bad Liebenzell. Das Stammkapital beträgt 145.000 €; Karlsbad hält wie Malsch und Marxzell je 3.750 € (2,59 %), Ettlingen und Waldbronn je 15.000 € (10,34 %).

Gesellschaftsstruktur, Organe und kommunale Mitwirkung

Organe sind Gesellschafterversammlung, Aufsichtsrat und Geschäftsführung. Karlsbad, Malsch, Marxzell teilen sich einen gemeinsamen Aufsichtsratssitz mit einem entsandten Vertreter. Ettlingen und Waldbronn haben je einen eigenen Sitz. Private Akteure werden nicht als Gesellschafter, sondern über Aufsichtsratssitz und Marketingpool eingebunden.

Finanzierung

Die bisherigen TNS-Gesellschafterbeiträge bleiben bei 588.500 €. Die Albtal-Kommunen stellen 2027 insgesamt 160.504 €, 2028 182.353 € und 2029 200.000 € bereit, jeweils nach einer verhandelten Übergangslogik. Ab 2030 gilt der etablierte Finanzierungsschlüssel (80 % Übernachtungsanteil, 20 % Einwohneranteil).

Kündigung und Austritt

Eine Kündigung ist mit 15 Monaten Frist zum Jahresende möglich, zum ersten Mal zum Ende des dritten vollen Geschäftsjahres nach Beitritt.

Zeitplan

Die Beschlüsse der Albtal-Kommunen sind erfolgt. Einzig Straubenhardt ist nicht beigetreten. Beträge und Kapitaleinlagen bleiben gleich. Nur die Stimmenverteilung ändert sich und der operative Beitrag Straubenhardts muss anders ausgeglichen werden. Seit Juli 2026 werden Marketing, Projekte und Verwaltung zusammengeführt. Die Auflösung der TAP e.V. läuft ebenfalls. Im 2. Halbjahr 2026 sind Informationsveranstaltungen und Workshops für alle Beteiligten geplant. Die gemeinsame Gesellschaft startet zum 1.1.2027.

Diskussion im Gremium

Die Fraktion der Freien Wähler stimmten, so Fraktionssprecher Joachim Karcher, auch bei kritischen Meinungen zum Thema mehrheitlich zu. Auch wenn Karlsbad keine Tourismusgemeinde sei, wäre es falsch, nichts zu tun. Ein wichtiges Kriterium sei dabei, dass die übrigen Albtal-Kommunen mitziehen. GR Roland Rädle (CDU) befürwortete den regionalen Gedanken über Ortsgrenzen hinweg. Die SPD signalisierte Zustimmung, will die Entwicklung aber kritisch begleiten. GR Uwe Rohrer (Bündnis 90/Grüne) meinte, dass die Fraktion den Zusammenschluss geschlossen ablehnt. Karlsbad sei kein touristischer Ort. Bürgermeister Björn Kornmüller betonte, dass Karlsbad durchaus über touristische Qualitäten verfüge. Dazu zählten unter anderem Tagesgäste, Veranstaltungsbesucher sowie Nutzer der regionalen Angebote. Ein vollständiger Rückzug sei unrealistisch – eine Herabsetzung bzw. vollständige Übernahme der touristischen Arbeit innerhalb der Verwaltung ebenfalls. Ohne die Zusammenarbeit müssten Aufgaben ohne regionale und professionelle Unterstützung geleistet werden. Gutes Controlling durch die Tourismusbeauftragte Frau Danese sollen sicherstellen, dass Karlsbad angemessen vertreten und repräsentiert ist.

Weitere Photovoltaik-Anlagen werden installiert

Der Gemeinderat vergab den Auftrag zur Installation der Photovoltaik-Anlagen auf dem Jugendzentrum, dem Gymnasium sowie dem Neuen Rathaus in Langensteinbach. Diesen erhält die Firma Ammi GmbH, Karlsbad, zu einem Angebotspreis von rund 189.800 €. Die Auftragssumme liegt unter der Kostenberechnung.

Bürgermeister Björn Kornmüller zog ein Zwischenfazit zur Gesamtphotovoltaikstrategie: „Wenn man den Landkreis als Maßstab betrachtet, ist Karlsbad auf einem hervorragenden Weg. Dies wurde auch durch die Umwelt- und Energieagentur des Landkreises bestätigt. Wir haben mit der Geschwindigkeit und Konsequenz unseres Ausbaus durchaus Maßstäbe gesetzt“. Der Gemeinderat bewertete das Thema ebenfalls positiv.

Gesamtstrategie

Der Gemeinderat beschloss Anfang 2024 die Photovoltaik-Strategie. Sie beinhaltet die schrittweise Belegung kommunaler Dachflächen mit Photovoltaikanlagen. Ziel ist, die eigene Stromerzeugung auf kommunalen Liegenschaften nachhaltig zu steigern. Damit einhergehend soll der Energiebezug aus dem öffentlichen Netz sinken.

Was wurde bereits verwirklicht?

Im Jahr 2024 wurden bereits die Dachflächen der Wasenhalle, der Grund- und Förderschule sowie des Rathauses in Ittersbach mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. 2025 folgten weitere Anlagen auf dem Rathaus, der Grundschule und der Talblickhalle in Auerbach sowie auf zwei Gebäuden der Grundschule Langensteinbach. Daneben wurden in Zusammenarbeit mit der Bürgerenergiegenossenschaft die Dachflächen der Fahrradabstellanlage am Schulzentrum sowie des Kindergarten St. Franziskus belegt.

Beispiele für bereits realisierte Photovoltaik-Anlagen: Die Schulen in Ittersbach und die Anlage auf der Kindertagesstätte St. Franziskus. Fotos: Architekturbüro Adler + Retzbach sowie BEG Durmersheim
Beispiele für bereits realisierte Photovoltaik-Anlagen: Die Schulen in Ittersbach und die Anlage auf der Kindertagesstätte St. Franziskus. Fotos: Architekturbüro Adler + Retzbach sowie BEG Durmersheim

Weitere Vorhaben?

Das nächste Projekt ist die Aussegnungshalle in Ittersbach. Nach Abschluss des Dachpachtvertrages mit der Wohnungseigentümergemeinschaft „Hirtenstraße 45“ (Neues Rathaus) sollen außerdem im laufenden Jahr die Dachflächen des Neuen Rathauses belegt werden. Außerdem werden Anlagen auf den Dachflächen des Jugendzentrums sowie des Gymnasiums (Vandalismusschaden) belegt. Das Architekturbüro Adler+Retzbach ist für die Planung und Ausschreibung der Leistungen verantwortlich.

Diskussion

Joachim Guthmann, Amtsleiter des Amtes für Bau, Planung und Umwelt, informierte über die Leistungsdaten der Anlagen. Auf der Gesamtanlage des Neuen Rathauses sollen knapp unter 100 kWp installiert werden. Obendrein ist dafür ein Batteriespeicher von 80 kWh geplant. Dieser könne dann auch über die Nachtstunden die Serveranlage und die Dauerlast des Rathauses übernehmen. Auf dem Gymnasium sind knapp unter 50 kWp in einer neuen Anlage geplant. Auf dem Jugendzentrum werden knapp 80 kWp Leistung installiert.

Auch auf dem Neuen Rathaus in Karlsbad-Langensteinbach wird eine Photovoltaikanlage installiert. Foto: Pintilie
Auch auf dem Neuen Rathaus in Karlsbad-Langensteinbach wird eine Photovoltaikanlage installiert. Foto: Pintilie

Jahresvertrag für Unterhaltungsarbeiten im Tief- und Straßenbau verlängert

Der Gemeinderat beschloss, den Jahresvertrag für die Unterhaltungsmaßnahmen im Tief- und Straßenbau für weitere 2 Jahre zu verlängern. Für den Verlängerungszeitraum 01.10.2026 – 30.09.2028 wird die Firma Artur Weiler GmbH & CoKG in Karlsruhe-Stupferich beauftragt. Der Auftrag beinhaltet einen Aufpreis von 8 % gegenüber dem aktuellen Angebotspreis.

Die Gemeinde Karlsbad vergibt im Rahmen eines zweijährigen Kommunalvertrags Kleinmaßnahmen zur Aufrechterhaltung ihrer Infrastruktur. Diese umfassen Reparaturen und Unterhaltungsmaßnahmen im Straßenbau sowie der Kanalunterhaltung. Gleichzeitig werden über den Kommunalvertrag die Reparatur von Rohrbrüchen und die Verlegung von Hausanschlussleitungen in der Trinkwasserversorgung abgedeckt.

Mit den Leistungen der Firma Artur Weiler war die Gemeinde in den vergangenen Jahren immer vollauf zufrieden. Aus diesem Grund und auch aufgrund der aktuellen Marktsituation sei der angebotene Aufschlag von 8 Prozent akzeptabel. Die Firma kann auch gestiegene bürokratische Anforderungen an die Entsorgung von Erdaushub umsetzen.

Baugesuch im Rahmen des „Bau-Turbo“ – Jahnstraße 3/1, Langensteinbach – Bebauung im hinteren Bereich

Der Gemeinderat legte nach Diskussion im Gremium mit Fragen und Anmerkungen ein Baufenster von 48 m bis 62 m im Bereich dieses Bebauungsplanes im unbeplanten Innenbereich fest. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hatte das bei der Julisitzung so empfohlen.

Nach dieser Festlegung wird der konkrete Bauantrag behandelt. Ein städtebaulicher Vertrag mit z.B. einer erhöhten Stellplatzverpflichtung, ggf. Zisternenpflicht etc. ist im weiteren Verfahren zu schließen. Dieser wird dann mit der finalen Zustimmung im Rahmen des konkreten Genehmigungsverfahrens dem Gemeinderat wieder vorgelegt.

Baugesuch im Rahmen des „Bau-Turbo“ – Lindenstraße 49, Mutschelbach

Der Gemeinderat befürwortete eine Bautiefe von 47 Metern für das Quartier. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hatte das bei der Julisitzung dem Gemeinderat so empfohlen. Auch der Ortschaftsrat Mutschelbach stimmte dem zu, so informierte Ortsvorsteher Michael Wenz (Freie Wähler).

Nach dieser Festlegung wird der konkrete Bauantrag dann als nächstes Thema behandelt. Ein städtebaulicher Vertrag mit z.B. einer erhöhten Stellplatzverpflichtung, ggf. Zisternenpflicht etc. ist im weiteren Verfahren zu schließen. Dieser wird dann mit der finalen Zustimmung im Rahmen des konkreten Genehmigungsverfahrens dem Gemeinderat erneut vorgelegt.

Vergabe der Notstromversorgung Schulzentrum Karlsbad einschließlich Hallen

Der Gemeinderat beschloss, einen Auftrag zur Notstromversorgung des Hallenkomplexes und Schulareals zu vergeben. Dieser hat einen Umfang von rund 498.400 € und geht an die Firma AKO-Aggregate Servicegesellschaft mbH in Gernsheim.

Der stellvertretende Hauptamtsleiter Jürgen Augenstein erläuterte, dass bundesweite Stromausfälle immer wieder vorkommen. Mit einem solchen müsse jederzeit gerechnet werden. Hinzu kommen noch spezielle Angriffe / Anschläge, die entsprechende Kettenreaktionen auslösen können. Bundesregierung und Energieversorger bewerten das deutsche Stromnetz als eines der sichersten der Welt. Daher sind flächendeckende und lang anhaltende Blackouts sehr unwahrscheinlich. Dennoch zeigen Vorfälle wie in Berlin und Reutlingen: Die kritische Infrastruktur gegenüber gezielten Anschlägen und Sabotage ist in hohem Maß verwundbar. Die Gemeinde sei dann in der Pflicht, die Versorgung in der Kommune sicherzustellen.

Aufbau der Infrastruktur im Notstrombereich läuft

U.a. wurden bisher 9 mobile Notstromaggregate (65 kVA) mit / ohne Lichtmacht sowie mobile Kraftstofftankstellen beschafft. Im Neubau des Feuerwehrgerätehauses Langensteinbach sind stationäre Notstromanlagen und Kommunikationsanlagen eingeplant worden.

Über die Notstromversorgung von mehreren Gebäuden / Gebäudekomplexen soll die Bevölkerung u.a. in größerem Umfang Möglichkeiten zur Evakuierung und Unterbringung von Personen erhalten. Ferner gelte es, die Handlungsfähigkeit des kommunalen Verwaltungsstabes sowie der IT- und Kommunikationsinfrastruktur sicherzustellen. Bei der Notstromversorgung des Neuen Rathauses wird auch die geplante Photovoltaikanlage berücksichtigt. Bis zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses Langensteinbach wird der Krisenstab im Neuen Rathaus tagen. Das Angebot der Firma AKO-Aggregate sei auch finanziell attraktiv, so Augenstein. Die Verwaltung rechnet damit, dass ein Großteil der Arbeiten noch im Haushaltsjahr 2026 ausgeführt und abgerechnet werden kann. Aufgrund der aktuellen Lieferlage und Größe der Anlagen ist allerdings damit zu rechnen, dass ein Teil der Arbeiten noch bis April 2027 ausgeführt werden muss. Gegebenenfalls sei ein Teil der Mittel im Haushalt 2027/2028 erneut zu veranschlagen. Augenstein ergänzte, dass die ersten vier Notstromaggregate bereits geliefert wurden. Seit einiger Zeit ist außerdem ein fünftes Gerät beim Bauhof, weitere Geräte kommen noch.

Spendenannahme im 2. Quartal 2026

Der Gemeinderat beschloss, Geldspenden von 1.250,00 € und Sachspenden von 1.372,41 € anzunehmen. Bürgermeisterstellvertreter Roland Rädle (CDU) bedankte sich herzlich bei den großzügigen Spender/innen.

Verschiedenes

Informelle Anfrage Bau-Turbo Nöttinger Str. 30 - Mutschelbach

Marielle Reuter berichtete von einer informellen Anfrage zum Bau-Turbo. Hierbei stand die Frage im Raum, ob eine Bebauung des hinteren Grundstückteils möglich wäre. Die Verwaltung habe dies geprüft und würde signalisieren, hier nicht zuzustimmen. Sollte sich der Eigentümer hiermit nicht zufriedenstellen, muss er eine formelle Anfrage einreichen. Diese wird dann im Gremium behandelt. Der Gemeinderat befürwortete das Vorgehen. Marielle Reuter erläuterte u.a. denkbare Bebauungen im betroffenen Areal. Die Grundstücke sind unterschiedlich lang. Das hintere Grundstück (Haus Nr. 30) sei groß, hier wäre eine Bebauung vorstellbar. Nach vorne würde es jedoch sehr eng, hier läge man mit den Abstandsflächen überall an der Grenze. Das Thema wurde am Tag zuvor im Ortschaftsrat Mutschelbach vorbesprochen. Mehrheitlich sieht das Gremium ebenfalls, dass hier die Grenzen der Nachverdichtung erreicht sind.

Gartenbebauung im Neubaugebiet „Falzäcker“

Der Leiter des Amtes für Bau, Planung und Umwelt, Joachim Guthmann informierte, dass in der Ortschaftsratssitzung die Frage aufgekommen sei, ob die Anlieger der im Neubaugebiet „Falzäcker“ gelegenen Grundstücke gegebenenfalls einen Abwehranspruch gegen eine Gartenbebauung der Nöttinger Straße entwickeln können. Bisher besagte die Rechtsprechung, dass ein Abwehranspruch vorliegt, wenn näher als an die Baugrenze der Nachbarbebauung herangebaut werden sollte. Hier hat sich eine neue Themenstellung aufgrund des Bau-Turbos entwickelt, die sich vermutlich noch ausweiten wird. Die künftige Rechtsprechung zu Präzedenzfällen bleibe abzuwarten.

Sachstandsbericht Sanierungsgebiet Langensteinbach

Frau Reuter stellte dar, dass der Förderrahmen insgesamt bei rd. 2,166 Mio. € liegt. Die Finanzierungshilfe durch das Land Baden-Württemberg umfasst 1,3 Mio. €. Der restliche Betrag müsse von der Gemeinde getragen werden. Die Satzung wurde 2023 beschlossen und das Gebiet umfasst im Wesentlichen ca. 15,5 ha. Inbegriffen sind hier vor allem die Hauptstraße, ein Teil der Pforzheimer Straße sowie ein Teil der Speicherstraße. Bei Ordnungsmaßnahmen (z. B. Abbruch von abgewirtschafteten Gebäuden) sei bis zu 100 % Förderung möglich. Auch eine gewisse Förderung bei Grunderwerb der Gemeinde sei möglich. Eine Neugestaltung von Straßen und Plätzen wird bspw. mit 250 €/m² gefördert.

Private Eigentümer

Bisher hätten 24 Beratungen privater Eigentümer bei der Firma STEG stattgefunden. Daraus resultierten 16 Modernisierungen (davon zwei abgeschlossen und abgerechnet) sowie zwei geplante Abbrüche/Neubauten. Bisher wurden rd. 61.000 € für Modernisierungen ausbezahlt. Für noch laufende Verträge gibt es gebundene Finanzierungsmittel in Höhe V. rd. 376.000 € für private Baumaßnahmen sowie 80.000 € für Abbrüche/Neubauten.

Kommunale Förderung:

Für den Grunderwerb der Hauptstraße 54 hat die Gemeinde eine Förderung in Höhe V. 710.341 € und für den Abbruch der Hirtenstraße 2 weitere 48.787 € erhalten.

Ein zentraler Bereich des Sanierungsgebietes in Langensteinbach erstreckt sich entlang der Hauptstraße, beginnend vom Doppelkreisel Richtung Süden. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad
Ein zentraler Bereich des Sanierungsgebietes in Langensteinbach erstreckt sich entlang der Hauptstraße, beginnend vom Doppelkreisel Richtung Süden. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad

Wenn Sie mehr zum Thema wissen wollen gehen Sie auf den entsprechenden Link auf der Webseite der Gemeinde: Karlsbad - Sanierungsgebiete

Anträge zur Erarbeitung eines Hitzeschutzkonzepts

Bürgermeister Björn Kornmüller informierte über den bereits vorgelegten Antrag der Fraktion SPD zur Erarbeitung eines Hitzeschutzkonzepts. Außerdem gab es einen weiteren Antrag von Bündnis 90 / Grüne in der gleichen Sache. Die Anträge werden nun aufbereitet und in einer der nächsten beiden Sitzungen geprüft und mit Stellungnahme der Verwaltung dem Gremium vorgelegt.

Änderung im Jagdbezirk II in Karlsbad-Auerbach

Rechnungsamtsleiterin Goldschmidt informierte darüber, dass der bisherige Mitpächter des Jagdbezirks II in Karlsbad-Auerbach, Herr Carsten Wenz, überraschend verstorben ist. Eine Neuwahl sei jedoch nicht notwendig, da durch den zweiten Mitpächter des Reviers, Herr Andreas Wuhrer, die Jagd ausreichend gesichert ist.

EnBW vernetzt

Frau Goldschmidt erklärte, dass die Gemeinde seit 2022 Mitglied bei der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft Netze BW GmbH & Co. KG (Projekt „EnBW vernetzt“) ist. 2024 beschloss der Gemeinderat, sich weiter zu beteiligen. Am 17.06.2026 fand die Kommanditistenversammlung statt. Dabei wurde der Jahresabschluss und die Ergebnisverwendung einstimmig beschlossen, sowie der Entlastung der Geschäftsführer zugestimmt.

Die Gemeinde Karlsbad erhält aus dem Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttung i. H. v. 198.044 € (Vorjahr:158.951 € (3,6%). Die Beteiligung ist momentan mit 4,38 % verzinst und läuft zum 01.07.2030 aus.

Förderkulisse Hallensanierung

Frau Goldschmidt führte aus, dass inzwischen der Förderbescheid vorliegt. Dieser sei leider ablehnend, das heißt, Karlsbad wird die 45 % Förderung nicht erhalten. Die einzige Möglichkeit, diesen Fehlbetrag teilweise zu ersetzen, wäre eine Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Diese läge jedoch bei nur 15 % und wäre beschränkt auf Anlagentechnik, Heiztechnik, Gebäudehülle und die entsprechenden Nebenkosten. Die Förderung für die Jahnhalle würde sich dementsprechend von 3,855 Mio. € auf maximal 912.000 € reduzieren. Dies verschlechtere die finanzielle Planung deutlich.

Bürgermeister Björn Kornmüller informierte weiter, dass die komplette Planung nun natürlich nochmals analysiert wurde. Hierbei hat sich möglicherweise eine wirtschaftlich attraktive Variante aufgetan. Hiernach hat die Nachbarkommune Remchingen momentan eine Sanierungsmaßnahme der Sporthalle, verbunden mit dem Hallenbad durchgeführt. Dabei wurde eine Interimsmaßnahme auf einem Kleinspielfeld realisiert. Diese besteht aus einer mit schwimmendem Boden ausgelegte Zelthalle inklusive Umkleidetrakt und Lagerflächen für Sportgeräte. Die Sanierungsmaßnahme in Remchingen steht kurz vor dem Abschluss. Bürgermeisterin Julia Wieland informierte Bürgermeister Björn Kornmüller, dass die Zelthalle dort frei würde. Sie könnte abgebaut und zu exakt verhandelten Konditionen gegebenenfalls nach Karlsbad transportiert werden.

Die Halle könnte auf dem Käfig-Bolzplatz installiert werden. Sie wäre deutlich günstiger als die angedachte Freilufthalle ist dann allerdings auch nur als Interimslösung während der Bauphase gedacht. Die Verwaltung verhandelt hierzu aktuell mit der Gemeinde Remchingen und wird weiter dazu berichten.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zu den Tagesordnungspunkten mit der Vorlage finden Sie im Ratsinformationssystem der Gemeinde Karlsbad (Bürgerinfoportal).