BUND Ortsverband Mittleres Albtal

Alle aktuellen Nachrichten rund um Karlsbad

BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 20.09.2026

Die BUND-Art des Monats: Die Gefleckte Weinbergschnecke

Die Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum) ist die zweitgrößte heimische Landschnecke und erreicht Gehäusegrößen von etwa 4 cm. Noch größer wird nur die ebenfalls deutlich bekanntere Weinbergschnecke (Helix pomatia). Sie gehört ebenso zur Familie der Schnirkelschnecken.

In Mitteleuropa ist die Gefleckte Weinbergschnecke jedoch nicht schon immer heimisch gewesen. Ursprünglich war sie im westlichen Mittelmeerraum verbreitet. Durch den Menschen wurde sie über Blumenerde in die verschiedensten Regionen der Welt verschleppt. Bei uns ist sie vor allem in wärmebegünstigten Regionen zu finden und fehlt großflächig in Ost- und Mitteldeutschland. Das könnte sich jedoch durch den Klimawandel langfristig ändern.

Ihr Schneckenhaus ist, wie ihrem Namen zu entnehmen ist, auffällig gefleckt. Auf der hornfarbenen Grundfärbung sind je nach Individuum dunkelbraune Streifen bis hin zu einem Karomuster zu sehen. Die auffällige Zeichnung ist damit auch das einfachste Unterscheidungsmerkmal zur bekannteren, meist einheitlich grau gefärbten Weinbergschnecke.

Die Gefleckte Weinbergschnecke findet man bei geeigneten Temperaturen teilweise von März bis November in Hecken, an Waldrändern, in Parkanlagen und vor allem auch in Gärten. Die Schnecken sind meist dämmerungs- und nachtaktiv, man findet sie aber gelegentlich bei Regen auch tagsüber.

Sie fressen am liebsten welkes Pflanzenmaterial und helfen so bei der Einarbeitung von Laub in den Boden. Im Gegensatz zu den im Gemüsebeet gefürchteten Wegschnecken meidet die Gefleckte Weinbergschnecke in der Regel frische Blätter und Halme, was sie für Gärtner harmlos oder sogar nützlich macht.

Zur Paarung stemmen sich zwei Schnecken mit berührenden Fußsohlen gegeneinander auf (mit „Fuß“ ist der Kriechmuskel der Schnecke gemeint) und rammen sich gegenseitig sogenannte „Liebespfeile“ in die Haut. Diese bestehen aus Kalk und injizieren ein Hormonsekret, das den Partner zur Paarung stimulieren soll. Gefleckte Weinbergschnecken sind Zwitter. Jedes Tier trägt also beide Geschlechtsorgane und kann je nachdem bei der Paarung als Männchen oder Weibchen fungieren. Danach legt das begattete Tier seine Eier in ein selbst gegrabenes Erdloch, in dem die jungen Schnecken nach wenigen Wochen schlüpfen.