Moment mal | 21.09.2026
Auf unserer Jugendfreizeit nach Spanien haben wir den Bibeltext gelesen, in dem Jesus an einem Sabbat einen Mann mit einer verkrüppelten Hand heilt (Markus 3,1ff). Die Konsequenz ist nicht etwa eine Feier und große Bewunderung, die Jesus dafür entgegenschlägt, sondern, dass die Pharisäer, die strenggläubigen Menschen der damaligen Zeit, sich überlegten, wie sie Jesus aus dem Weg räumen können.
Warum? Weil Jesus gegen ihre 39 Regeln verstößt (Melachot), die sie um das Gebot, dass der Sabbat geheiligt werden soll, gestrickt haben. Jesus heilt eine Hand, obwohl es am Sabbat nach den Regeln der Pharisäer nur erlaubt ist bei lebensbedrohlichen Situationen einzugreifen. In der Szene davor essen die Jünger Jesu an einem Sabbat das Korn das am Wegesrand wächst womit sie gleich gegen vier der Gebote aus dem Melachot verstoßen.
Man liest die beiden Geschichten und kommt ins Fragen, warum die Pharisäer so reagieren und Jesus nicht feiern für das, was er zu sein scheint.
Timothy Keller hat mal gesagt: „The law of God is a gift, not a burden.“ Das Gebot Gottes ist Geschenk und keine Last, die uns einschränkt.
Weil die Pharisäer die Gebote aber nur als etwas verstanden haben, was sie dem Himmel näherbringt, deshalb erfinden sie Regeln dazu, damit sie auf keinen Fall schuldig werden und den Himmel verlieren.
Jesus zeigt ihnen, ich habe euch die Gebote nicht gegeben um euch zu besseren Menschen zu machen, sondern sie sind ein Geschenk, das euch zu einem Leben führt, das aufblühen wird.
Du sollst nicht vergeben, weil ich ein Gott bin, der es braucht, dass du deinem Nächsten vergibst, sondern weil ich weiß, dass dein Leben aufblüht, wo du dich dazu entscheidest zu vergeben. Du sollst nicht die Wahrheit sagen, weil ich das halt so entschieden habe, sondern weil ich weiß, dass es deine Beziehungen kaputt macht und du niemandem mehr trauen kannst, wenn du andere Menschen belügst.
Ich habe euch die Gebote nicht gegeben als eine Last, die auf euren Schultern liegen soll, mit denen ihr euch zwar den Himmel verdienen könnt, die euer Leben aber sonst einschränken. Nein, der Sabbat ist für den Menschen und die Gebote sind für euch Menschen. Sie sind ein Geschenk, dass euch zu aufblühendem und hoffnungsvollen Leben bringt.
Wo wir das immer mehr verstehen, und das wünsche ich uns, da können wir immer mehr mit König David voller Freude über die Gebote sagen: „Ich habe Freude an deinem Gesetz.“ (Psalm 119, 174)
Conny Jan Vehrs
Jugendreferent der Jungen Kirche Karlsbad Waldbronn