Aus der Arbeit des Gemeinderates

Alle aktuellen Nachrichten rund um Karlsbad

Aus der Arbeit des Gemeinderates | 29.09.2026

Erdbauarbeiten für Feuerwehrhausneubau Langensteinbach vergeben

Gemeinderatssitzung vom 16. September

Grünes Licht gab der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für die Vergabe des Auftrags über vorgezogene Erdbauarbeiten zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses Langensteinbach. Der Auftrag im Umfang von rund 630.400 Euro geht an die Firma GRÖTZ GmbH & Co. KG, Gaggenau. Das Vorhaben kommt von der Planungs- in die Ausführungsphase. Der stellvertretende Bau- Planungs- und Umweltamtsleiter Dirk Höger erklärte unter anderem, dass die Maßnahme in der Zeit von Anfang Oktober 2026 bis Ende Januar 2027 erledigt werden soll. Die weiteren Pläne sehen vor, dass danach der Rohbau des Gebäudes beginnt. Die Kostenschätzung Stand Anfang September 2026 für das gesamte Projekt beläuft sich auf insgesamt (vorläufig) 9,16 Mio. Euro brutto. Für die vorgezogenen Bauleistungen „Erdbau“ wurde ein Kostenansatz von rund 806.100 Euro berechnet. Die Vergabesumme liegt damit deutlich darunter. Die Ausschreibungsunterlagen wurden von insgesamt 19 Firmen angefordert. Zum Submissionstermin am 20.08.2026 gingen insgesamt fünf Angebote ein. Drei Anbieter mussten aus formalen Gründen ausgeschlossen werden. Übrig blieb neben der Firma GRÖTZ die Firma Joos Umwelttechnik GmbH, Hartheim mit einem Angebot von rund 735.410 Euro.

Die vorgezogenen Erdarbeiten für das neue Feuerwehrgerätehaus Langensteinbach vergab der Gemeinderat in seiner Septembersitzung. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad
Die vorgezogenen Erdarbeiten für das neue Feuerwehrgerätehaus Langensteinbach vergab der Gemeinderat in seiner Septembersitzung. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad

Informationen zum Stand des Multiprojektmanagement

Der Gemeinderat befürwortete das vom Büro Drees & Sommer erarbeitete Organisations- und Projekthandbuch. Das Gremium beschloss außerdem, dass dieses mit einer projektunabhängigen Blankovorlage in Zukunft bei größeren gemeindlichen Bauprojekten verwendet wird. Bürgermeister Björn Kornmüller betonte, dass die Projekte der Gemeinde von Anfang an so professionell wie möglich aufgestellt werden sollen.

Kira Schmitt und Anne Jensch von der Unternehmensberatung Drees & Sommer erläuterten die Details. Das Büro analysierte die bestehenden Strukturen, Abläufe, Zuständigkeiten und Kommunikationswege. Zusammen mit den Mitarbeitern des Bau-, Planungs- und Umweltamtes entstand so das Organisations- und Projekthandbuch. Der Prozess erfolgte beim konkreten Projekt „Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Langensteinbach“. Ziel war es, die Projektarbeiten weiter zu professionalisieren und zu standardisieren. Dadurch soll die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten verbessert und Entscheidungsprozesse nachvollziehbar gestaltet werden. Wie die Projekte erledigt werden, ist durch dieses System ebenfalls nachvollziehbar.

Projektunabhängige Blankovorlage

Neben der auf das konkrete Projekt bezogenen Ausarbeitung erstellte Drees & Sommer eine projektunabhängige und flexible Blankovorlage. Dadurch kann das erarbeitete Organisationssystem künftig bei größeren Bau- und Infrastrukturvorhaben eingesetzt werden. Die Vorlage kann jeweils an die Besonderheiten und Anforderungen des konkreten Projekts angepasst werden.

Erfahrungen aus dem Neubau Feuerwehrgerätehaus Langensteinbach

Die neuen Ansätze wurden konkret beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses Langensteinbach angewendet. Schwerpunkte lagen unter anderem in der laufenden Kostenkontrolle sowie der Fortschreibung und Plausibilisierung der Kostenentwicklung. Außerdem wurden die Planungsstände betrachtet, um die Qualität zu sichern. Die Schnittstellen und offenen Entscheidungsbedarfe sind ersichtlich. Durch die dauerhafte Kostenverfolgung wurden Kostenentwicklungen und mögliche Risiken früh sichtbar. Dadurch konnten die Grundlagen für weitere Entscheidungen der Gemeinde vorbereitet werden.

Bewertung der Verwaltung

Die Verwaltung bewertet das Organisations- und Projekthandbuch als einen wichtigen Schritt für eine effizientere gemeindliche Bauherrenorganisation. Größere kommunale Bauprojekte kennzeichnen sich normalerweise durch eine Vielzahl von Beteiligten. Hinzu kommen komplexe Planungs- und Vergabeprozesse. Diese Bauprojekte sind auch finanziell und organisatorisch sehr bedeutend. Gleichzeitig werden die Projekte über einen längeren Zeitraum von unterschiedlichen Personen und Fachstellen begleitet. Eine klare und frühzeitig festgelegte Projektorganisation ist daher wesentlich für eine erfolgreiche Projektarbeit. Das jetzt erarbeitete Instrument bietet bereits entwickelte Strukturen und Abläufe. Diese müssen nicht immer neu festgelegt werden. Das Handbuch enthält vor allem Regelungen und Empfehlungen zu Projektorganisation und Projektstrukturen, Rollen und Verantwortlichkeiten sowie Entscheidungs- und Kommunikationswegen. Außerdem geht es um die Themen Besprechungs- und Abstimmungsformate, Informations- und Dokumentationsprozesse (Berichtswesen), Planungs- und Vergabeabläufe sowie Termin-, Kosten- und Qualitätssteuerung.

Diskussion im Gemeinderat

Bürgermeister Björn Kornmüller zeigte sich zufrieden darüber, wie das Thema gelaufen ist. Künftige Entwicklungen bei Submissionen seien nie hundertprozentig vorhersehbar, man könne aber die Risiken minimieren. Die Fraktionen bewerteten die Vorlage und das vorgestellte Handbuch grundsätzlich positiv. Dies sei auch im Hinblick auf künftige Prüfungen durch die Gemeindeprüfungsanstalt vorteilhaft. Diskutiert wurde auch über möglichen Ressourcenbedarf im Baubereich.

GR Joachim Karcher (Freie Wähler) vermisste in der Vorlage die Analyse der bestehenden Strukturen. Diese wurde jetzt dargestellt. Sie sei wichtig, um entscheiden zu können, ob personell nachjustiert werden muss. GR Uwe Rohrer (Bündnis 90/Grüne) sah unter anderem klarere Abläufe auch als motivierende Faktoren für die Mitarbeiter. Das Organisationshandbuch steht der Gemeinde kostenfrei zur Verfügung, verdeutlichte Schmitt auf Nachfrage. Sie beantwortete weitere Fragen, unter anderem zu der Nutzung einzelner spezieller Tools gegen Entgelt. Dies sei grundsätzlich regelbar. Bau-, Planungs- und Umweltamtsleiter Joachim Guthmann verdeutlichte, dass der Gemeinderat im Einzelfall darüber entscheidet, wenn bei einem größeren Projekt externe Unterstützung notwendig erscheint. Kornmüller bewertete die professionelleren Abläufe und Strukturen als hilfreich. Sie dienten auch dazu, um zu beurteilen, wann externe Leistungen notwendig sein könnten.

Gemeindewald Karlsbad – Wirtschaftsplan2027 / 2028 – Vollzug des Wirtschaftsplans 2025

Der Gemeinderat stimmte dem Wirtschaftsplan für die Jahre 2027 / 2028 zu. Er wurde über den Vollzug des Wirtschaftsplans 2025 informiert und legte den Einschlag auf rund 5.000 Festmeter fest. In der Diskussion wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Arbeit im Wald ist.

Rechnungsamtsleiterin Petra Goldschmidt erläuterte zu Beginn die wichtigsten Kennzahlen vom Wirtschaftsplan: Aus waldwirtschaftlichen Gründen soll der Holzeinschlag von 6.000 auf 5.000 Festmeter p.a. reduziert werden. Entsprechend sinken so auch die kalkulierten Verkaufserlöse von 300.000 auf 250.000 €. Insgesamt sind die Vorgaben der 10-jährigen Forsteinrichtung damit noch eingehalten. In den Jahren 2027/2028 erfolgt eine erneute Forsteinrichtung. Der Gemeindewald erfährt betriebswirtschaftlich seit jeher negative Jahresergebnisse. Die Gemeinde nimmt wegen dem gesellschaftlichen und ökologischen Wert des Waldes bewusst in Kauf. Trockenheit und Käferbefall machten die Situation zunehmend schwierig. Die Erträge sinken, jedoch steigen die Aufwendungen weiter. In 2027 steht der nächste Renteneintritt eines Waldarbeiters an. Im Haushaltsplan 2025/2026 wurde die Möglichkeit einer 5. Waldarbeiterstelle für die personelle Umbruchzeit durch mehrere Renteneintritte im Forst geschaffen. Diese Stelle kann im Haushalt 2027/2028 nun wieder entfallen. Für 2027 ist mit einem Defizit von voraussichtlich 491.000 Euro, für 2028 mit rund 501.000 Euro zu rechnen. Es wird in Jungbestandspflege und Klimaanpassung investiert.

1. Forstwirtschaftsjahr 2025/26 – vorläufiger Vollzug

Waldzustand

Das Jahr 2025 brachte neben einem relativ warmen Sommer auch immer wiederkehrende ausreichende Niederschläge. So genügte dieses von der Witterung wieder durchschnittliche Jahr für eine weitere Erholung der Waldbäume. Nach einem milden Winter und einer relativ langen Frostperiode bis nach den Eisheiligen 2026 ging es „nahtlos“ schon im Juni 2026 in eine intensive Hitzeperiode über. In der zweiten Junihälfte wurden neue Allzeitrekorde bei Temperaturwerten von nahe 40 Grad C°, in der Rheinebene auch darüber, gemessen. Bis Mitte August wurden 35 heiße Tage mit über 30 Grad C° gezählt, in den 70’er Jahren waren dies noch unter 10. Dazu kam der seit Ende ausbleibende Regen.

Die Auswirkungen dieses Jahrhundertsommers sind inzwischen deutlich sichtbar. Vor allem die Buchen zeigen deutlich verlichtete Kronen. Eine Vielzahl der Blätter sind verdorrt. Auch die Lärchen leiden sehr unter der Trockenheit und sterben in großem Umfang ab. Anfang September wurde zusätzlich an den ersten Fichten Borkenkäferbefall festgestellt. Die Bäume wurden eingeschlagen und entrindet.

Das ganze Ausmaß der Waldschäden wird erst in den kommenden Monaten und dann im Jahr 2027 sichtbar werden. Es ist mit erheblichen zwanghaften Nutzungen wegen den Trockenschäden und Folgeschäden bei fast allen Baumarten zu rechnen. Unter den Hauptbaumarten erscheinen momentan nur die Eichen stabil zu sein.

Blick in einen gesunden Bereich im Karlsbader Wald. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad
Blick in einen gesunden Bereich im Karlsbader Wald. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad

Holzmarkt

Der Holzmarkt hat sich seit Sommer 2025 deutlich stabilisiert und es konnten in vielen Sortimenten höhere Preise, bei der Fichte sogar Spitzenpreise durchgesetzt werden. Die seither angefallenen Holzmengen konnten daher zu guten Preisen vermarktet werden. Die privaten Brennholzkunden konnten sowohl beim Brennholz-lang als auch beim Schlagraum aus dem Gemeindewald bedient werden.

Jungbestände und Kulturen

Die vorhandenen Kulturflächen haben den bisherigen Sommer mit noch geringen Ausfällen überlebt. 1,4 Hektar wurden in mehreren Kleinflächen im Tornadowald in Ittersbach angepflanzt. Es wurden Eichen, Erlen und Kastanien gepflanzt.

Vorhandene Naturverjüngung von Douglasie, Tanne, Eiche und anderen Baumarten wurden gefördert. Jungbestände wurden 2025 und 2026 auf über 64 Hektaren gepflegt. Dies sind wichtige Pflegemaßnahmen. Sie sichern Mischbaumarten und stabilisieren Waldbäume. Dies wird wegen dem Klimawandel immer wichtiger. Teile dieser Jungbestandspflegen und auch von Jungdurchforstungen übernahmen Brennholzselbstwerber. Sie führten diese nach Markierung der zu entnehmenden Bäume selbst durch. Dadurch entstanden außer dem Holzanweisen keine Aufwendungen. Es waren sogar geringe Erlöse möglich.

Eine wichtige Aufgabe ist Jungbestandspflege. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad
Eine wichtige Aufgabe ist Jungbestandspflege. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad

Waldwege

Die Waldwege wurden im Rahmen der veranschlagten Haushaltsmittel gepflegt. Zu den Arbeiten gehören zum Beispiel das Freischneiden des Lichtraumprofils, das Mulchen der Wegränder und - wo notwendig - das Aufbringen einer neuen Verschleißschicht aus Schotter.

Erholungseinrichtungen

Die vorhandenen Erholungseinrichtungen mussten zum Erhalt durchgehend gepflegt und ausgebessert werden. Es handelt sich um ca. 120 Sitzbänke, den Waldpark St. Barbara, den Baumartenrundweg, den Naturlehrpfad, den Waldkulturpfad, den Trimm-dich-Pfad und drei Grillplätze. Außerdem stehen im Karlsbader Wald noch fünf Schutzhütten.

Verkehrssicherung

Die Dürreschäden führen zu Vitalitätsverlusten bei den Bäumen. Das Risiko in Bezug auf Standfestigkeit und Abbrechen von Totholz aus den Baumkronen erhöht sich dadurch deutlich. Im Wald muss auf ein erhöhtes Risiko für die Waldbesucher durch diese waldtypischen Gefahren hingewiesen werden. An den Waldrändern zu den Straßen und bebautem Gebiet müssen kritische Bäume aufwändig gesichert gefällt werden. Dies ist auch ein Grund für die erhöhten Ausgaben beim Einsatz von Unternehmern mit den entsprechenden Spezialmaschinen.

Das Risiko durch abbrechendes Totholz aus den Baumkronen steigt. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad
Das Risiko durch abbrechendes Totholz aus den Baumkronen steigt. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad

Sonstiges

Über die Arbeit rund um den Wald wird regelmäßig im Amtsblatt informiert. Im Rahmen der Waldpädagogik und von Waldführungen fanden mehrere Veranstaltungen im Gemeindewald statt. Mit den Kindergärten, die regelmäßig sich im Wald aufhalten, konnten inzwischen die Verträge geschlossen und offene Fragen zur Verkehrssicherung geklärt werden.

2. Plan 2026/27 (2028)

Schon für den Herbst, aber vor allem für den Beginn des Jahres 2027 ist mit größeren Zwangsnutzungen zu rechnen. Auch daher soll der jetzt für 2027 geplante Hiebssatz auf 5.000 Erntefestmeter begrenzt werden. Das sind vorerst 1.000 Erntefestmeter unter dem Hiebssatz der Forsteinrichtung.

Neue Forsteinrichtung

2027 steht die Erneuerung der Forsteinrichtung (Stichtag 01.01.2028) an. Insgesamt liegen die Vollzugswerte für die letzten 10 Jahre in einem sehr guten Bereich. 2027 wird das letzte Jahr davon sein. Die Vorarbeiten, wie die Erhebung der Messwerte zu Vorrat und Zuwachs sowie die Überprüfung der Waldbiotopkartierung für die Forsteinrichtungserneuerung sind schon gestartet. Eine Forsteinrichtung ist vereinfacht gesagt der langfristige Betriebsplan für einen Wald. Sie legt fest, wie ein Wald bewirtschaftet und entwickelt werden soll. Dabei wird der Waldbestand systematisch erfasst und anschließend geplant, welche Maßnahmen in den nächsten Jahren sinnvoll und zulässig sind. Der Gemeinderat entscheidet dies dann letztlich.

Der Gemeindewald erfährt betriebswirtschaftlich seit jeher negative Jahresergebnisse. Die Gemeinde nimmt dies bewusst in Kauf. Dies geschieht im Hinblick auf den gesellschaftlichen und ökologischen Wert des Waldes. Leider gestaltet sich die Situation wegen Trockenheit und Käferbefall zunehmend schwierig. Tendenziell sinken die Erträge, jedoch steigen die Aufwendungen weiter.

Die Forstverwaltung konnte aufgrund der guten Einnahmen durch den Holzverkauf das Haushaltsdefizit im Jahr 2025 um rund 60.000 € reduzieren. Der vorläufige Ausblick auf das Ergebnis 2026 geht von einem bisherigen üblichen Defizit von ca. 477.000 € aus. Für die Haushaltsjahre 2027 und 2028 wird mit einem weiter leicht erhöhten Defizit von 491.000 € und 501.000 € gerechnet.

Stellenplan

Im Jahr 2027 steht der nächste Renteneintritt eines Waldarbeiters an. Es wird - auch aber nicht nur zur Kostenoptimierung - auf einer Wiederbesetzung in Abstimmung mit dem Forstamt und der Revierleitung verzichtet.

Diskussion im Gemeinderat

Die Arbeit des Gemeindeforstes wurde allgemein positiv bewertet. Der Gemeinderat diskutierte über die Anforderungen für den Wald im Hinblick auf den Klimawandel. Generell wird der finanzielle Aufwand der Gemeinde akzeptiert. Ökonomische und ökologische Aspekte müssen dabei berücksichtigt werden, ebenso die Erholungsfunktion. Die Einsparung des fünften Waldarbeiters habe das Forstteam diskutiert und beschlossen, so Goldschmidt auf Nachfrage. Forstrevierleiter Alexander Mohr ergänzte, dass man auf Fremdfirmen angewiesen sei um auch saisonale Arbeitsspitzen abfedern zu können. Das sei sinnvoll.

Ausführliche Informationen zu den Tagesordnungspunkten mit den Vorlagen finden Sie im Ratsinformationssystem der Gemeinde Karlsbad (Bürgerinfoportal).